Neue Formen der medizinischen Betreuung sollten nach Auffassung von Europa-Staatssekretär Heinz Maurus noch stärker zum Einsatz kommen, um die sich abzeichnenden medizinischen Versorgungslücken im ländlichen Raum zu überbrücken. “Durch den Ausbau der Telemedizin können Patienten besser und umfassender betreut werden. Wir müssen deshalb noch mehr für innovative Methoden werben” sagte Maurus heute (3. September) in der Fachhochschule Flensburg. Dort informierte er sich über das Interreg-Projekt “ICT for Health” (Information and Communication Technology for Health).
“ICT for Health” will die Akzeptanz für den medizinischen Einsatz elektronischer Medien bei Patienten und medizinischem Personal verbessern. Zielgruppe sind insbesondere Menschen mit chronischen Erkrankungen. Die Patienten sollen mit selbstkontrollierenden Systemen ausgestattet werden, die den behandelnden Ärzten die Daten elektronisch übermitteln. Die regelmäßige Selbstüberwachung erspart so unter Umständen den Arztbesuch. “Durch Telemedizin wird es auch chronisch kranken Menschen möglich sein, unbeschwert zu reisen und dabei ständig versorgt zu werden. Das wäre ein großer Durchbruch”, so Maurus. Das Projekt verspreche zudem wirtschaftliche Impulse für die medizintechnischen Betriebe in Schleswig-Holstein.
“ICT for Health” ist ein Projekt der Fachhochschule Flensburg gemeinsam mit Partnern aus Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland, Polen, Litauen und Norwegen. Das Projekt hat mit drei Partnern aus Bad Segeberg und weiteren aus Kiel, Lübeck, Flensburg und Pinneberg ein starkes Standbein in Schleswig-Holstein. Nach Auffassung des Staatssekretärs betone dies die führende Rolle des Landes im Ostseeraum: “Dies zeigt, dass der Gesundheitsstandort Schleswig-Holstein nicht nur ein Schlagwort ist. Von hier aus werden zentrale Ideen entwickelt und gemeinsam angegangen.” Das Vorhaben wird bis Dezember 2012 aus dem europäischen Programm Interreg IV B “Ostsee” mit 2,6 Millionen Euro unterstützt. Es hat ein Gesamtvolumen von rund 3,6 Millionen Euro.
Zum Abschluss seiner europapolitischen Sommerreise durch Schleswig-Holstein zog Maurus eine positive Bilanz: “Die Reise hat mir bestätigt: Schleswig-Holsteins Interreg-Akteure nehmen sich wichtiger aktueller Themen an. Unsere Projekte sind innovativ und tragen dazu bei, in Schleswig-Holstein mehr Wachstum und Beschäftigung zu schaffen.”















