Firmen jährlich um 300 Milliarden Euro geprellt – Schlechte Zahlungsmoral trifft besonders kleine Unternehmen » hier-luebeck - Das interaktive, älteste Online-Magazin für Lübeck und Umgebung seit 1999

Anmelden

hier-luebeck

Das interaktive, älteste Online-Magazin für Lübeck und Umgebung seit 1999

Freitag, 3. April 2020 00:49:38 Uhr

Firmen jährlich um 300 Milliarden Euro geprellt – Schlechte Zahlungsmoral trifft besonders kleine Unternehmen

Schwere Zahlungsausfälle kosten Unternehmen jährlich Milliarden (Foto: aboutpixel.de, Ines Frank)rzenbach (pte/17.05.2010/11:40) – Die Zahlungsmoral hat sich in Europa im vergangenen Jahr zwar leicht verbessert. Der Schaden, der Unternehmen aufgrund von Ausfällen bleibt, ist aber nach wie vor enorm. Jährlich entgehen den Firmen europaweit über 300 Mrd. Euro (rund 425 Mrd. Franken), wie die Kreditmanager von Intrum Justitia http://www.intrum.ch aufzeigen. Pro Tag werden besonders kleine Betriebe um insgesamt rund 1,2 Mrd. Franken gebracht. Mit einer Besserung der Situation sei aber nicht zu rechnen.Engpass bei Krediten

„Viele Unternehmen haben ihre Mahnprozesse zu wenig im Griff“, erklärt Thomas Hutter, DACH-Geschäftsführer bei Intrum Justitita, im Gespräch mit pressetext. Sie müssten ihr Rechnungs- und Kreditmanagement straffer gestalten und ihre Kunden auf Zahlungsfähigkeit prüfen. Drei Prozent aller Forderungen durch kleine und mittelständische Unternehmen werden nicht beglichen. Dabei könnten Ausfälle hier schnell zu einer Existenzbedrohung werden.

Gleichzeitig klagen mehr als 50 Prozent der Firmen über mangelnde Unterstützung vonseiten der Banken bei der Überwindung von Engpässen oder dem Geschäftsausbau. „Seit Lehman sind die Banken bei der Kreditvergabe konservativer geworden“, meint Hutter. Die schlechte Zahlungsmoral stehe mit der Gesamtwirtschaft in Zusammenhang und werde von Faktoren wie Jobverlusten oder Scheidungen beeinflusst. Der Verbraucher sei aber auch selbst in der Pflicht und solle nur Geld ausgeben, das er tatsächlich hat.

Strafzinsen

„Eine Verbesserung der Zahlungsmoral würde der lokalen, nationalen und regionalen Wirtschaft deutlich Auftrieb geben und Arbeitsplätze schaffen“, heißt es von Intrum Justitia. Davon gehen mit nur zehn Prozent aber die wenigsten Firmen aus. Europaweit hat sich die Durchschnittsdauer bis zum Zahlungseingang von 57 auf 55 Tage zuletzt kaum verbessert. Mit einer Verspätung von nur fünf bis sieben Tagen liegen die skandinavischen Länder dabei an der Spitze. Ihre gute Zahlungsmoral sei auf Strafzinsen von bis zu zehn Prozent zurückzuführen, die auf den Rechnungsbetrag addiert werden, erläutert Hutter gegenüber pressetext.

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen mit einer durchschnittlichen Zahlungsverzögerung von zehn bis 13 Tagen im europäischen Mittelfeld. Die Schlusslichter bilden Griechenland, Italien und Portugal. „Europäische Firmen könnten mindestens 25 Mrd. Euro sparen, wenn sie auf zeit- und geldaufwändige Prozesse zur Verfolgung säumiger Zahler verzichten könnten“, schließt Hutter.

TBF am 17. Mai 2010, 12:39 Uhr

Bible verse of the day

Denn wo Neid und Streit ist, da sind Unordnung und lauter böse Dinge.
 

Kalender

April 2020
S M D M D F S
« Mrz    
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930  

Stichwörter

Kategorien

Archive

RSS RSS-Feed

  • Corona: Kieler Regierung beschließt weitere Hilfsmaßnahmen
    Schleswig-Holsteins Landesregierung hat weitere Hilfsmaßnahmen zur Abfederung von Folgen der Corona-Krise beschlossen. Unterstützt würden damit größere Kleinunternehmen, Pflegekräfte sowie Bildungs- und Kultureinrichtungen, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag nach langen Berat
  • Weitere Coronafälle in Wentorfer Altenheim
    In einem Altenheim in Wentorf (Kreis Herzogtum Lauenburg) haben sich mindestens 13 Bewohner mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die Tests seien Ende vergangener Woche gemacht worden, teilte die Kreispressestelle am Donnerstag mit. Zwar seien noch nicht alle Testergebnisse bekannt, allerdings s
  • Betreiber von McTREK-Outdoorläden stellt Insolvenzantrag
    Der Betreiber der McTREK-Outdoorläden hat in der Corona-Krise Insolvenzantrag gestellt. Die YEAH! AG mit Sitz im hessischen Bruchköbel bei Hanau habe bereits am Mittwoch wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht Hanau eingereicht. Zum vorläufigen Insolvenzverwa
  • Stickoxidbelastung seit Jahresbeginn niedriger als 2019
    Die Stickoxidbelastung am vielbefahrenen Theodor-Heuss-Ring in Kiel ist nach Angaben der Stadt in den ersten drei Monaten des Jahres deutlich unter das Vorjahresniveau gesunken. Demnach wurden im Mittel 37, 5 Mikrogramm je Kubikmeter Luft gemessen, nach 48 Mikrogramm im Vorjahresquartal. "Das ist ein
  • Mehr als eine Million Euro an Corona-Soforthilfen ausgezahlt
    Drei Tage nach Beginn der Soforthilfen für Selbstständige und kleine Unternehmen hat Hamburg bereits eine Million Euro ausgezahlt. Bis zum Donnerstag hatten sich im Portal rund 47 200 Antragsteller für das Verfahren registriert, teilte die Wirtschaftsbehörde mit. 32 400 Anträge seien im System, wovo
  • Bundeswehr erinnert in Seedorf an gefallene Soldaten
    Zehn Jahre nach einem tödlichen Gefecht zwischen deutschen Soldaten und der radikal-islamischen Taliban in Afghanistan hat die Fallschirmjägerkaserne in Seedorf im Kreis Rotenburg der toten Kameraden gedacht. Mit einer Schweigeminute, Trompetenmusik und Kranzniederlegungen erinnerten die Fallschirmj
  • HSV-Handballer beantragen Kurzarbeitergeld
    Auch Handball-Zweitligist HSV Hamburg hat Kurzarbeitergeld für Spieler, Trainer und Mitarbeiter beantragt. Das sei rückwirkend zum 13. März passiert, teilte der Verein am Donnerstag mit. "Das ist ein wichtiges Signal und notwendig, um diese schwierige Zeit möglichst unbeschadet zu überstehen", sagte
  • Corona-Bußgeldkatalog beschlossen: Verbote bis 19. April
    Der Hamburger Senat hat einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die Corona-Auflagen beschlossen. Demzufolge sind bei wiederholten Verstößen Strafen von bis zu 25 000 Euro möglich, wie Innensenator Andy Grote (SPD) am Donnerstag in Hamburg nach einer Sondersitzung des Senats sagte. Die neue Verordnun
  • Kurzarbeit bei Werften German Naval Yards und Nobiskrug
    Die Werften German Naval Yards (GNY) in Kiel und Nobiskrug in Rendsburg haben zum 1. April Kurzarbeit angemeldet. Grund seien die schwierigen Produktionsbedingungen in der Corona-Krise, sagte ein GNY-Sprecher am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Beide Werften gehören zur German Naval Yards Ho
  • Mann erstochen: Haftbefehl gegen 73-Jährigen
    Im Kleingartenverein Itzehoe ist am Montag ein 38 Jahre alter Mann mit einem Messer erstochen worden. Der mutmaßliche Täter - ein 73-Jähriger - wurde noch am selben Abend in seiner Wohnung festgenommen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ eine Richterin

Polls

Wird sich Frau Dr. Merkel noch bis zum Ende der Legislaturperiode als Kanzlerin halten?

Ergebnisse

Loading ... Loading ...

RSS-Feed

RSS-Feed abonnieren

Öffnen Sie eine Kategorie, für Kategorie RSS-Feeds