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Freitag, 14. Dezember 2018 01:14:59 Uhr

Algerien: Behörden schließen Kirche

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Offizielle Begründung laut Kirchenführer „gegenstandslos“

(Open Doors, Kelkheim) – Am 9. November schlossen Behörden die örtliche evangelische Kirche in Aïn Turk. Die Stadt liegt im Nordosten Algeriens, einem Land mit über 99 % islamischer Bevölkerung. Offizielle Stellen in der 15 Kilometer entfernten Bezirkshauptstadt Oran begründeten die Schließung unter anderem damit, dass in der Kirche Evangelien und evangelistische Broschüren illegal gedruckt worden seien. Außerdem fehle der Gemeinde die erforderliche staatliche Registrierung.


Symbolbild

Unverständnis und Traurigkeit bei Betroffenen

Die Gemeinde in Aïn Turk gehört zur Protestantischen Kirche von Algerien (EPA), die von Pastor Mahmoud Haddad als Präsident geleitet wird. Er äußerte sein Unverständnis über die Schließung und bezeichnete die Begründung als „gegenstandslos“. „Die EPA ist seit 1974 staatlich registriert und sowohl beim Innenministerium als auch bei lokalen Behörden akkreditiert. Außerdem werden auf dem Kirchengelände weder Evangelien noch evangelistische Broschüren gedruckt.“ Als unwahr bezeichnete er auch die in der offiziellen Mitteilung angeführte Behauptung, die Kirche sei Eigentum des Pastors. Ein Mitglied der örtlichen Kirchenleitung namens Youssef kommentierte die Schließung so: „Diese Ungerechtigkeit und die Verfolgung, die wir in Algerien erleben, machen mich sehr traurig. Der Beschluss des Präfekten basiert auf falschen Beweggründen.“

Christen immer wieder von der Religionsfreiheit ausgeschlossen

Im Mai des laufenden Jahres war die Menschenrechtslage in Algerien Thema beim Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf. Die Debatte unter Beteiligung des EPA-Präsidenten hatte bei algerischen Christen Hoffnung auf positive Veränderungen geweckt. In der neuen Verfassung Algeriens aus dem Februar 2016 war Religionsfreiheit bereits verankert worden. Dessen ungeachtet wurden seither immer wieder Kirchen geschlossen unter Verweis auf die Verordnung Nr. 06-03 von 2006, die nicht-islamische Religionen regulieren soll.

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors nimmt Algerien aktuell Platz 36 unter den Ländern ein, in denen Christen weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quellen: World Watch Monitor, Open Doors

TBF am 27. November 2017, 15:46 Uhr

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