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Dienstag, 20. November 2018 01:52:51 Uhr

Irak: Schuleröffnung ein „Sieg über den Extremismus“

Open Doors Open Doors NachrichtenIrak: Schuleröffnung ein „Sieg über den Extremismus“

Älteste christliche Schule in Mossul nimmt Betrieb wieder auf · (Open Doors, Kelkheim) – Im nordirakischen Mossul ist eine christliche Grundschule, die Shimon Safa Elementary School, nach vier Jahren wiedereröffnet worden. Über 400 Schüler im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren wurden für das neue Schuljahr willkommen geheißen. Der Mossuler Professor Ibrahim al-Allaf bezeichnete den feierlichen Anlass Christliche Schule im Irakals einen „Sieg über Terrorismus und Extremismus“. Damit unternimmt die Stadt einen wichtigen Schritt in Richtung Normalität nach der Schreckensherrschaft des IS in den vergangenen Jahren.

Symbolbild: Christliche Schule im IrakOrtsansässige Freiwillige und Spender vermitteln „eine Lektion in Toleranz“

Schulleiter Ahmed Thamer al-Saadi sagte dem Nachrichtenportal Al-Monitor, dass die Renovierung auf die Bemühungen von „Freiwilligen und Spendern aus der Stadt“ zurückzuführen sei, die er als „eine Lektion in Toleranz und in der Bekämpfung des Extremismus“ lobte. „Die Schule war … nationalistischer und religiöser Diskriminierung ausgesetzt; nun nimmt sie ihre praktische und soziale Mission wieder auf“, sagte er.

Die Shimon Safa Elementary School befindet sich im Stadtteil Al-Saa. Er gehört zum „alten Teil der Stadt, in dem Christen leben“, erklärte der Arabischlehrer Ahmad al-Mosli. „Diese Tatsache verleiht der Schule außergewöhnliche Bedeutung, nachdem religiöse Minderheiten durch den IS Vertreibung, Mord und Unterdrückung ausgesetzt waren.“

Eine Schule „für Schüler aller Religionen“

Professor Ibrahim al-Allaf lehrt neuere Geschichte an der Universität von Mossul. Auch er betont, die Schule sei Bestandteil des historischen Erbes der Stadt. „Sie stand unter der Aufsicht des christlichen Klosters, aber unter ihren Schülern waren nicht nur Christen; sie bot eine Ausbildung für Schüler aller Religionen an.“ Dem Bericht von Al-Monitor zufolge war sie bis in die 1980er-Jahre eine von 20 christlichen Schulen in der Stadt. Die meisten dieser Schulen seien jedoch „in den drei turbulenten Jahrzehnten nach dem Golfkrieg von 1990 allmählich geschlossen wurden, insbesondere 2014-17, als die Stadt vom Islamischen Staat kontrolliert wurde“. Die islamistische Miliz hatte tausende Menschen umgebracht und versucht, jede Spur des christlichen Glaubens auszulöschen.

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors rangiert der Irak aktuell an 8. Stelle unter den Ländern, in denen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quellen: Open Doors, World Watch Monitor, Al-Monitor

TBF am 9. November 2018, 19:39 Uhr

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