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Montag, 27. Januar 2020 14:14:28 Uhr

Malaysia: Pastor Koh laut Bericht von Agenten entführt

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Malaysia: Pastor Koh laut Bericht von Agenten entführt

Menschenrechtskommission veröffentlicht Abschlussbericht und klagt Spezialeinheit an

(Open Doors, Kelkheim) – Die malaysische Menschenrechtskommission („SUHAKAM“) hat am 3. April den Abschlussbericht ihrer Untersuchung zu mehreren Entführungsfällen vorgelegt. Sie sieht die Verantwortung für das gewaltsame Verschwinden von Pastor Raymond Koh, Joshua und Ruth Hilmy sowie Amri Che Mat bei den malaysischen Behörden. In ihrem Bericht weist die Kommission auch auf behördliche Vorwürfe gegen zwei der Opfer im Vorfeld der Entführungen hin, bei denen es um anti-islamische Tätigkeiten ging (Open Doors berichtete, zuletzt hier).

Frau von Amri Che Mat (links unten) und Susanna Koh (rechts unten)
Bild: Frau von Amri Che Mat (links unten) und Susanna Koh (rechts unten)

Kommission sieht zahlreiche Beweise und Indizien

Der Vorsitzende des Gremiums, Dato‘ Mah Weng Kai, verlas aus dem Bericht: „Das Gremium ist einstimmig der Ansicht, dass Pastor Raymond Koh einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist, das sich am 13. Februar 2017 gegen 10:45 Uhr ereignet hat. Die unmittelbaren und die Indizienbeweise im Fall von Pastor Raymond Koh weisen mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass er von staatlichen Agenten entführt wurde, nämlich von einer in Kuala Lumpur stationierten Spezialeinheit der königlichen Polizei.“ Das Gremium machte ähnliche Aussagen über den Aktivisten Amri Che Mat, einen schiitischen Muslim. Der schiitische Islam ist in Malaysia verboten. Die Ehefrauen der beiden Entführten verbindet auch aufgrund der zahlreichen Parallelen zwischen den beiden Vorfällen mittlerweile eine tiefe Freundschaft.

„Wissen nicht, warum sie entführt wurden“

Am Ende der Veranstaltung sagte Pastor Raymonds Frau Susanna Koh: „Wir sind froh darüber, dass die Untersuchung zu dem klaren Ergebnis kommt: Sie sind Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Wir sind dankbar für alles, was getan wurde. Aber wir möchten, dass unsere Ehemänner sicher und gesund zurückkehren. Wir fordern eine unabhängige Sonderkommission […] und die Öffnung von Dokumenten, die unter das OSA (Official Secrets Act) fallen. Wir wollen den Innenminister treffen. […] Wir wollen, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Bis heute wissen wir einfach nicht, warum sie entführt wurden. Malaysia ist ein gemäßigtes Land, es sollte Rechtsstaatlichkeit herrschen. Es sollte jedem möglich sein, den eigenen Glauben zu praktizieren.“ Esther Koh, die Tochter von Raymond, fügte hinzu: „Die Situation ist für uns sehr belastend. [Seit seinem Verschwinden] war es nie wieder so wie früher. Der Umgang mit der Polizei war für uns alle sehr stressig. Durch die Ungewissheit darüber, was passiert ist, ist es ein mehrfacher Verlust und verursacht psychischen Stress.“

Kampf für Religionsfreiheit – Dank an die christliche Gemeinschaft

Susanna Koh erwägt, eine Zivilklage gegen die beschuldigte Spezialeinheit einzureichen; sie müsse jedoch zuerst ihre Anwälte konsultieren. Koh wörtlich: „Dies ist der Beginn unseres Kampfes für Religionsfreiheit und Menschenrechte. […] Es ist ein Prozess, es wird Zeit brauchen.“ Bevor sie schloss, dankte sie Gott, dass er ihr auf diesem zweijährigen Weg geholfen hatte. Sie habe ihn während dieser Zeit real erlebt und er habe sie auf dieser Reise getröstet. Sie dankte auch Christen auf der ganzen Welt für ihre Gebete und ihre Unterstützung.

Auf dem aktuellen Weltverfolgungsindex von Open Doors steht Malaysia auf Platz 42 unter den Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.

Quelle: Open Doors

Schreiben Sie an die malaysische Botschafterin

Setzen Sie sich aktiv für Pastor Raymond Koh und die Freiheit der Christen in Malaysia ein: Schreiben Sie der Botschafterin Malaysias, Sarah Al Bakri Devadason, und drücken Sie Ihre tiefe Besorgnis darüber aus, dass laut der Untersuchung Pastor Raymond Koh von staatlichen Agenten (eine Spezialeinheit der königlichen Polizei in Bukit Aman, Kuala Lumpur) entführt wurde. Fordern Sie die malaysische Regierung auf, unverzüglich Maßnahmen zur Umsetzung der Empfehlungen der Untersuchungskommission zu ergreifen.

Postanschrift: Botschaft Malaysia, Klingelhöferstraße 6, 10785 Berlin

Über Open DoorsOpen Doors ist als überkonfessionelles christliches Hilfswerk seit über 60 Jahren in mittlerweile rund 60 Ländern im Einsatz für verfolgte Christen. Jährlich veröffentlicht Open Doors den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Derzeit leiden mehr als 200 Millionen Christen unter einem hohen Maß an Verfolgung. Projekte von Open Doors umfassen Hilfe zur Selbsthilfe, Ausbildung von christlichen Leitern, Engagement für Gefangene, Nothilfe und Trauma-Arbeit, die Bereitstellung von Bibeln und christlicher Literatur sowie die Unterstützung von Familien ermordeter Christen. Mit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit informiert das Werk in Publikationen und mit Vorträgen über Christenverfolgung und ruft zu Gebet und Hilfe für verfolgte Christen auf.
Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.

TBF am 5. April 2019, 17:58 Uhr

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