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Dienstag, 21. November 2017 05:44:54 Uhr

Nigeria: Fulani-Hirten attackieren 50 Dörfer

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Nigeria: Fulani-Hirten attackieren 50 Dörfer in 12 Monaten

Vertreibung christlicher Siedler als Teil des Dschihad. Regierung weitgehend tatenlos.

(Open Doors, Kelkheim) – Etwa 38 Millionen Menschen werden dem Volk der Fulani zugerechnet, das in 19 zentral- und westafrikanischen Ländern beheimatet ist. Als größtes Nomadenvolk der Welt sind sie beständig auf der Suche nach Weideland für ihre großen Tierherden. Etwa 99 % der Fulani sind Anhänger des Islam, mit unterschiedlicher Ausprägung. Während der Norden Nigerias mit seinen 12 Scharia-Staaten überwiegend muslimisch ist, finden sich im sogenannten Mittelgürtel mit zahlreichen Ethnien sowohl Muslime als auch Christen, letztere zahlenmäßig stärker.

Anhaltende Dürren im Westen Afrikas fördern das Vordringen der Wüste im Norden Nigerias, weshalb die Fulani in den Mittelgürtel und Süden des Landes ziehen, wo es zu Zusammenstößen mit den ansässigen – zumeist christlichen – Siedlern kommt, weil die Herden die Agrarflächen der Siedler zerstören oder abfressen. Dies umso mehr, als die Besiedlungsdichte dort seit Jahren zunimmt. Der Streit um natürliche Ressourcen hat vermehrt auch einen stark religiös geprägten Unterton. Die Angriffe von Fulani auf mehr als 50 Dörfer von Christen innerhalb von 12 Monaten allein im Süden von Kaduna sind nur eines von vielen Beispielen. Die „International Crisis Group“ mit Hauptsitz in Belgien legte dazu am 19. September einen aktuellen Bericht vor.


Christ vor seinem zerstörten Haus im Süden Kadunas

Politische Strategie „Haus des Islam“

Das „Nigeria Conflict Security Analysis Network“ schreibt in einem vom Nachrichtendienst World Watch Monitor zitierten Bericht, dass es hierbei nicht um typische Gebietsstreitigkeiten gehe, sondern vielmehr um die Durchsetzung der politischen Strategie des „Dar al-Islam“. Nicht-islamische Gebiete sollen demnach in das „Haus des Islam“ überführt werden. Dabei bringen die Nomaden nicht nur ihre Religion und Traditionen mit – das ist selbstverständlich –, sondern wollen diese auch in der Region durchsetzen, in allen Lebensbereichen. Untersuchungen in drei Bundesstaaten haben ergeben, dass in Benue 88 % der von Vertreibung durch Fulani Betroffenen Christen waren. In Taraba waren es 70 % und in Nasarawa 75 %. Die ansässigen Familien lebten seit Generationen in der Region. Ihren Grund und Boden reißen die Fulani an sich.
Durch den immer stärker werdenden Einfluss streng-islamischer Prediger aus Saudi-Arabien und dem Iran haben sich die Fulani zunehmend radikalisiert, die Landeinnahme ist für sie Teil des Dschihad.

Christen fordern mehr Schutz seitens der Regierung – die bleibt weitgehend untätig

Die Bischöfe der katholischen Kirche von Kaduna, wo die Christen in den letzten Jahren viele Angriffe erleiden mussten, beobachten: „Die Fulani wollen die Christen unterwerfen, das Land zerstückeln, das Evangelium schwächen und das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben zerstören. Die Agenda ist gegen die christliche Mehrheit im südlichen Kaduna gerichtet. Hinter dieser Form des Dschihad steckt eine starke finanzielle Unterstützung und Planung.“

Hunderte christliche Mädchen und Frauen wurden bislang in diesem Kampf entführt, unzählige Wohnhäuser und Kirchen zerstört, weite Teile von Land und Besitztümern gestohlen. Untersuchungen von Open Doors haben ergeben, dass die Fulani allein in den Jahren 2013-2015 in den Bundesstaaten Kaduna, Plateau, Nasarawa, Benue und Taraba etwa 6.500 Menschen getötet haben.

Bischof Joseph Bagobiri von Kafanchan in Süd-Kaduna spricht für viele: „Die Krise besteht fort wegen der Art und Weise, wie die Regierungen des Landes, der Bundesländer sowie die Sicherheitskräfte mit den Problemen umgehen. Viele von uns sind enttäuscht, da unsere Regierung nicht unparteiisch agiert, sondern – direkt oder indirekt – die Fulani unterstützt. So verlieren sie schnell das Vertrauen der Menschen.“ Präsident Buhari selbst gehört zu den Fulani. Während der Kampf gegen Boko Haram Erfolge zeigt, hat er bislang wenig Interesse für die Menschen im Mittelgürtel Nigerias aufgebracht. Ein Beobachter vor Ort kommentiert: „Eine Regierung kann einen Konflikt nicht lösen, den sie nicht erkennt und anerkennt. Die Vernachlässigung dieses Konfliktes hat dazu beigetragen, dass die Angriffe der Fulani immer professioneller und tödlicher werden.“

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors nimmt Nigeria aktuell Rang 12 unter den Ländern ein, in denen Christen einem hohen Maß an Verfolgung ausgesetzt sind.

Beten Sie mit beim Weltweiten Gebetstag für verfolgte Christen. Am 12. November werden wir besonders für die Christen in Eritrea und im Jemen eintreten. Bestellen Sie jetzt das kostenlose Material zur Vorbereitung Ihres Gottesdienstes und Kindergottesdienstes unter: 06195 – 67670 und info@opendoors.de. Weitere Information finden Sie hier: www.opendoors.de/gebetstag.

TBF am 6. Oktober 2017, 18:14 Uhr

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