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Sonntag, 25. August 2019 13:59:58 Uhr

„Mobbing im Internet…was tun?“

„Mobbing im Internet…was tun?“
Viele Eltern sind überfordert, wenn sie hören, dass ihr Kind nicht nur in der Schule, sondern auch im Internet gemobbt wird.
Was also tun, wenn mein Kind im Internet gemobbt wird und ich ihm helfen will?
Ralf Schmitz, der führende Experte in der Gewaltprävention an Grundschulen, gibt hier einige Tipps, wie Eltern sich richtig verhalten und ihrem Kind helfen können. Sollte Ihr Kind Beleidigungen, üble Nachrede oder Verleumdungen in einem Forum, Netzwerk , Blog, Portal, Chat erfahren, so sollten Sie zunächst Ihrem Kind aufmerksam zuhören und Fragen stellen.
1) Seit wann geht das schon?
2) Ist es ein Einzelner oder eine ganze Gruppe, die Mobbing ausübt?
3) Wurde die Schule darüber bereits informiert oder mit den anderen Eltern darüber gesprochen?
4) Sind es annonyme Beleidigungen, Verleumdungen oder steht der Täter/die Mobbergruppe bereits fest?
5) Was hat das Kind bislang dagegen gemacht?

Was sind die neusten Möglichkeiten, wie Mobbing in der Schule geschieht?

Handys, die fast alles können. Die neuen mobilen Geräte können heute fast alles. So werden erniedrigende Fotos vom Opfer in der Schule, beim Sport oder am Nachmittag auf dem Spielplatz geschossen und an Mitschüler weiterversendet. Mit dem Handy aufgenommene Videos vom Mobbingopfer können an andere Handys verschickt oder ins Internet gestellt werden. Auch Videos von Prügeleien werden auf Videoportalen
über das Handy hochgeladen oder weitergeschickt.Außerdem können Mobber Ihrem Kind böswillige und anonyme Anrufe tätigen sowie anstößige, bedrohliche, einschüchternde oder beschimpfende Text- oder Bildnachrichten (SMS, MMS) senden.

Instant Messenger (IM)
Durch die Instant Messenger, die direkte Nachrichtenübermittlung ermöglichen, können anstößige Nachrichten oder Anhänge ungefiltert und unkontrolliert gesendet werden. Mobber nutzen das IM-Konto eines anderen Nutzers, um gemeine oder boshafte Nachrichten
an die Kontakte des Opfers zu schicken. Diese leiten die empfangenen Texte oder Bilder wiederum weiter. In der DVD-Serie des Sicher-Stark-Teams wird ausführlich gezeigt, wie dies verhindert werden kann.
Kinderchaträume und Foren
Mobbing kann durch anstößige oder bedrohliche anonyme Nachrichten stattfinden. Chaträume oder Foren können dazu missbraucht werden, um auf einer Person herumzuhacken oder sie aus einer Gruppe auszuschließen oder zu ignorieren. Chaträume ermöglichen es insbesondere durch die Funktion der Privatdialoge in sogenannten „Flüsterräumen“, Beleidigungen und Übergriffe zu starten. In dieser anonymisierten Umgebung können sich Personen als andere ausgeben, um ein „Freund“ zu werden und somit persönliche Informationen zu erhalten, die dann gegen Ihr
Kind verwendet werden können.

E-Mail
Ihr Kind könnte per E-Mail boshafte oder bedrohliche Nachrichten erhalten, in denen darüber hinaus unangemessene Bilder, Videos oder Viren, Malware, Spyware als E-Mail- Anhang enthalten sind. Mobber können in das E-Mail-Konto eines Opfers eindringen, um persönliche E-Mails
weiterzuleiten oder E-Mails und Kontakte zu löschen.

Webcams
Auch über Webcams kann unangemessener Inhalt verschickt und empfangen werden. Opfer können zu unangemessenem/pornografischem Verhalten überredet – oder gezwungen –werden, welches dann von der Webcam aufgezeichnet wird und dann unerlaubterweise im
Netz landet.
Videoportale
Missbrauch kann durch das Veröffentlichen von peinlichen oder erniedrigenden Filmen über andere erfolgen. Viele Schlägereien von Kindern sind bereits bei youtube, aber auch auf anderen Videoportalen abrufbar.
-Online-Communitys (Soziale Netzwerke)
Mobber können soziale Netzwerke nutzen, um boshafte Kommentare und erniedrigende Fotos oder Videos darauf zu veröffentlichen.
Mobber können geschmacklose falsche Profile ihrer Opfer erstellen, um sie zu verletzen, zu belästigen oder in Schwierigkeiten zu bringen.
Nachdem Sie sich zunächst ein Bild von den Mobbingattacken gemacht haben, sollten Sie zur Beweissicherung zunächst Screenshots anfertigen oder die Filme sichern . Sie können den Betreiber der Seite bitten, den Eintrag über Ihren Sohn /Ihre Tochter zu löschen. Ferner sollten Sie sich die Datenvom Verursacher geben lassen und Anzeige bei der Polizei erstatten.

Das AG Rheinbach (Az.: 2 Ds 397/95) hat bereits 1996 entschieden, dass die Bezeichnung einer Chat-Teilnehmerin als Schlampe eine strafbare
Beleidigung darstellt. Daran ändert es auch nichts, wenn in dem betreffenden Forum beleidigende Äußerungen an der Tagesordnung sind.
Sollten Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, können Sie die Angelegenheit auch über einen Anwalt laufen lassen, der Ihnen hilft, Ihre Ansprüche geltend zu machen. Das Recht auf freie Meinungsäußerung erlaubt auch im Internet keine Beleidigung. So brauche es niemand hinzunehmen, in einem Beitrag eines Online-Dienstes als „dämlich“ oder „bescheuert“ bezeichnet zu werden, so das Landgericht Coburg in einem Urteil. Beleidigende Äußerungen geben Ihren Kindern einen Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz auch dann, wenn die Äußerungen auf einer Internetseite erfolgen.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat klare Regeln für die Prüfung von beleidigenden Inhalten im
Internet vorgelegt. Danach sind die Provider nicht haftbar zu machen, wenn auf den von ihnen angebotenen Blogs Menschen beleidigt oder denunziert werden. Sie sind aber verpflichtet, dem Mobbingvorfall nachzugehen und ggfls. die Einträge zu löschen.
Eine erste Anlaufstelle ist auch die Bundesarbeitsgemeinschaft für Jugendschutz. Ralf Schmitz hat in seiner neuen DVD-Serie (Informationen unter
http://www.sicher-stark-team.de/shop.cfm) noch viele weitere Tipps dazu entwickelt, um Kinder zu schützen.

Herausgeber:
Bundespressestelle Sicher-Stark:
Barbara Soukup Sterl (V.i.S.d.P.)
Service -Tel. 0180-5550133-2 *

*0,14 Euro/Minute aus dem deutschen Festnetz; Mobilfunkhöchstpreis 0,42
Euro/Minute
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir als soziale Einrichtung auf eine
Teilfinanzierung über Telefonkosten angewiesen sind. Wir rufen Sie gern
zurück.

Luebecker Dienstleistungskontor am 6. Juni 2012, 10:13 Uhr

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Denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.
 

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