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Dienstag, 12. Dezember 2017 15:08:41 Uhr

amnesty international Lübeck lädt zur Anti-Folter-Ausstellung in Ahrensbök ein:

Folter
„Das Schweigen muss endlich gebrochen werden!“

In Ahrensbök wird am 30. Oktober um 19 Uhr die Wanderausstellung zur Dokumentation der weltweiten Folter eröffnet. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 14. November 2003 im Bürgerhaus, Mösberg 3. Durch vielfältige Aktionen wie der Beteiligung am Martinsmarkt am 09.11.2003 sowie der Gestaltung einer Straßentheateraufführung am 22.November 2003 will amnesty international in Ahrensbök eine selbstständige und aktive ai Gruppe ins Leben rufen. Ein Infoabend zwecks Gründung dieser neuen Gruppe wird die Folterausstellung am 2.Dezember 2003 ergänzen…amnesty international (ai) setzt sich weltweit seit über vierzig Jahren für die Abschaffung der Folter ein. Die Menschenrechtsorganisation hat festgestellt, dass vor allem Folter an Kindern und Jugendlichen ein weltweites Phänomen ist, das von der Öffentlichkeit bisher kaum wahrgenommen wurde. Allein seit 1997 hat die Menschenrechtsorganisation aus 50 Ländern Berichte über Folter und Misshandlungen von Heranwachsenden erhalten.

„Kinder gehören zu den besonders verletzlichen Opfern staatlicher Übergriffe. Ihre körperliche, soziale und psychische Entwicklung wird durch Folter und Misshandlung oft anhaltend geschädigt. Doch nur selten finden sie Gehör, noch seltener Gerechtigkeit. Wer Kinder foltert, muss in vielen Ländern keine Strafe fürchten“, erklärt ai-Bezirkssprecher Falk Menzner. „Die Wanderausstellung soll zur Aufklärung und Bekämpfung dieser schrecklichen Verbrechen beitragen, denn das Schweigen muss endlich gebrochen werden!“

Die Gründe, aus denen Menschen aller Altersgruppen Opfer von Folter und Misshandlung werden, sind vielfältig. Sie werden gefoltert, weil sie in Krisengebieten leben, sich politisch engagieren, einer Straftat verdächtigt werden oder einfach nur, weil sie einer gesellschaftlichen Randgruppe angehören. Ihnen wird vom Staat Gewalt angetan, um etwa nahe Verwandte zu zwingen, Informationen preiszugeben oder sich den Behörden zu stellen. In Kriegs- und Krisengebieten werden sie zum Ziel von Übergriffen sowohl von staatlicher Seite wie von bewaffneten Oppositionsgruppen, um ihre Angehörigen oder die Gemeinschaft der sie angehören, zu bestrafen. Besonders Frauen und Mädchen sind von Vergewaltigungen und anderen sexuellen Übergriffen bedroht.

Auch die Haftbedingungen gefährden in vielen Ländern die Gesundheit und Sicherheit von Gefangenen. In den Gebäuden fehlen oft Heizung, Licht und Belüftung. Minderjährige, die gemeinsam mit Erwachsenen inhaftiert sind, werden leicht zur Zielscheibe von Übergriffen durch ihre Mithäftlinge. „Überall auf der Welt beobachten wir ähnliche Muster der Folter und Misshandlung. Die Behandlung von Gefangenen durch Polizeikräfte in China unterscheidet sich kaum von der in Brasilien. Die Haftbedingungen sind in Paraguay und Russland vergleichbar schlecht,“ so Falk Menzner weiter.
Im weltweiten Kampf zur Abschaffung der Folter fordert amnesty international die Bundesregierung deshalb auf:

??Sich nachdrücklich dafür einzusetzen, dass möglichst bald ein starkes Zusatzprotokoll zur UNO-Anti-Folter-Konvention verabschiedet werden kann. Dadurch wird ein präventives Kontrollsystem mit Besuchen in Haftanstalten und Heimen ermöglicht, das für den Schutz von Kindern besonders wichtig ist.

??In der bilateralen Zusammenarbeit darauf zu dringen, dass Menschenrechtserziehung zu einem festen Bestandteil der Aus- und Weiterbildung von Polizei- und Sicherheitskräften wird.

??Die Zahlungen an deutsche Rehabilitationszentren für Folteropfer zu erhöhen und dafür Sorge zu tragen, dass den fachärztlichen und fachpsychologischen Bescheinigungen über erlittene Folter bei allen Entscheidungen das ihnen zustehende Gewicht beigemessen wird.
Die Ausstellung zur Dokumentation der weltweiten Folter ist für den Lübecker ai-Bezirk die konsequente Fortsetzung der verschiedenen Aktionen zur Abschaffung der Rekrutierung von Kindersoldaten. Die Aktionen der letzten Wochen wurden gemeinsam mit der Autorin und ehemaligen Kindersoldatin China Keitetsi durchgeführt. Mit einem Infoabend zu diesem Thema soll am Dienstag, dem 2. Dezember 2003 auch eine neue ai-Gruppe in Ahrensbök ins Leben gerufen werden. Treffpunkt ist um 19.30 Uhr der Gemeindesaal in Ahrensbök.
Falk Menzner: „Trotz erster Erfolge und internationaler Ächtung ist für viele Truppenführer in Afrika der Einsatz von Kindersoldaten weiter attraktiv. Denn Kinder gelten als wagemutig und leicht manipulierbar. Mit einer neuen ai-Gruppe in Ahrensbök hätten wir noch mehr Verstärkung für unseren wirksamen Kampf zur weltweiten Durchsetzung der Menschenrechte. Ich lade alle Interessierten herzlich zur Folterausstellung und zu diesem Infoabend ein.“

ai – amnesty international
amnesty international ist eine weltweite, von Regierungen, politischen Parteien, Ideologien, Wirtschaftsinteressen und Religionen unabhängige Mitgliederorganisation. Auf der Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wendet sich ai gegen schwer wiegende Verletzungen der Rechte eines jeden Menschen auf Meinungsfreiheit, auf Freiheit von Diskriminierung sowie auf körperliche und geistige Unversehrtheit.
amnesty international veröffentlicht jeden Monat Einzelschicksale politischer Verfolgung, um daran zu erinnern, dass Tag für Tag Menschen gefoltert, wegen ihrer Überzeugung, Hautfarbe, Herkunft oder Geschlechts inhaftiert, ermordet oder verschleppt werden. Mit persönlichem Engagement kann dazu beigetragen werden, dass unhaltbare Zustände öffentlich bekannt werden und dadurch Folter gestoppt, ein Todesurteil umgewandelt wird oder ein Mensch seine Freiheit erhält.
Spendenkonto:
Bank für Sozialwirtschaft Köln BLZ: 37020500, Konto: 8090100 Verwendungszweck: „Lübeck 3240“

Ausstellung zur Dokumentation der weltweiten Folter

Donnerstag, 30. Oktober 2003
19.30 Uhr
Bürgerhaus / Gemeindebibliothek Ahrensbök, Mösberg 3

Gruppenneugründung in Ahrensbök

Infoabend zu Menschenrechtsbildung, Eilaktionen und Recherchen
Dienstag, 02.12. 2003
19:30 Uhr
Gemeindesaal / Ev. Kirche Ahrensbök

TBF am 14. Oktober 2003, 16:01 Uhr

Bible verse of the day

Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne.
 

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