Barrieren niederreißen! Kundgebung anlässlich des Kongresses Armut und Gesundheit » hier-luebeck - Das interaktive, älteste Online-Magazin für Lübeck und Umgebung seit 1999

Anmelden

hier-luebeck

Das interaktive, älteste Online-Magazin für Lübeck und Umgebung seit 1999

Sonntag, 8. Dezember 2019 22:07:11 Uhr

Barrieren niederreißen! Kundgebung anlässlich des Kongresses Armut und Gesundheit

Berlin (ots) – Deutsche AIDS-Hilfe unterstützt heutigen Protest am Brandenburger Tor: „Fehlender Zugang zu Behandlung kann tödliche Folgen haben. Menschrechte und Vernunft gebieten, die Versorgungslücken zu schließen.“ Ein breites Bündnis von Organisationen demonstriert heute vor dem Brandenburger Tor in Berlin gegen Barrieren im Zugang zu medizinischer Versorgung in Deutschland. Fast ein Dutzend Einsatzbusse medizinischer Hilfsorganisationen fahren um 18.30 Uhr, begleitet von mehreren Hundert Demonstrierenden, am Brandenburger Tor ein. Dort sind bereits rund einhundert Kartons zu einer symbolischen Mauer aufeinandergestapelt. „Verständigungsprobleme“, „Einschränkungen nach Asylbewerberleistungsgesetz“ oder „zu hohe Versicherungsbeiträge“ steht auf den Bausteinen. Ärztinnen und Ärzte auf der einen und Patientinnen und Patienten auf der anderen Seite sind durch die Mauer voneinander getrennt. Doch sie finden sich nicht damit ab, gemeinsam reißen sie die Barriere ein. Der Hintergrund des Protests: Hunderttausende Menschen haben in Deutschland keinen ausreichenden Zugang zu medizinischer Versorgung. Dabei hat sich Deutschland in internationalen Abkommen verpflichtet sicherzustellen, dass hierzulande jeder und jede das Menschenrecht auf Gesundheitsversorgung wahrnehmen kann, ohne in eine finanzielle Notlage zu geraten. Aber immer noch schränken rechtliche Vorgaben die Möglichkeit vieler ein, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hinzu kommen sprachliche Barrieren und Diskriminierungen im Gesundheitssystem. Betroffen sind häufig Menschen, deren Lebensbedingungen ohnehin ihre Gesundheit beeinträchtigen und die Lebenserwartung senken. Armut macht krank. In einem reichen Land wie Deutschland ist das nicht hinzunehmen. Anlässlich des Kongresses Armut und Gesundheit am 20./21. März in Berlin fordert daher ein Zusammenschluss von mehr als 20 Organisationen die Bundesregierung dazu auf, sämtliche diskriminierende Hürden zu beseitigen, die verhindern, dass Menschen notwendige medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Dazu sagt Sylvia Urban vom Vorstand des Aktionsbündnisses gegen AIDS und der Deutschen AIDS-Hilfe: „Bei HIV-positiven Menschen hat fehlender Zugang zur medizinischen Versorgung katastrophale Folgen. Unbehandelt führt HIV noch immer zu Aids und zum Tod. Insbesondere bei Menschen ohne Papiere kommt das immer wieder vor. Zugleich bleibt HIV übertragbar, wenn die Infektion nicht behandelt wird – es kommt zu vermeidbaren weiteren Infektionen. Die Versorgungslücken zu schließen ist gleichermaßen ein Gebot der Menschenrechte wie der Vernunft.“ „Personen mit Beitragsschulden – zum Beispiel Selbstständige, die sich die Versicherungsbeiträge nicht mehr leisten können – haben oft nur ein Anrecht auf Notfallversorgung. Das kann dazu führen, dass Krankheiten verschleppt oder chronisch werden“, sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. „Für Menschen ohne Papiere kann der Gang zum Arzt die Abschiebung bedeuten. Denn das Sozialamt muss sie laut Aufenthaltsgesetz bei der Ausländerbehörde melden, wenn sie einen Krankenschein beantragen. Diese Vorschrift kann Menschenleben kosten und gehört abgeschafft!“, fordert Johannes Ulrich vom Medinetz Würzburg. Dringend abgeschafft werden muss nach Ansicht der Organisatoren des Protests auch das sogenannte Leistungsausschlussgesetz, das vielen Menschen aus anderen Ländern der europäischen Union den Anspruch auf notwendige Gesundheitsdienste verwehrt. „Das Gesetz schiebt die Verantwortung auf Ärzte und Ärztinnen ab und zwingt sie in ein Dilemma zwischen der Pflicht zu helfen und dem Kostendruck. Für die Patientinnen und Patienten kann dies lebensbedrohliche Folgen haben“, kritisiert Prof. Heinz-Jochen Zenker vom Verein Ärzte der Welt. Auch Geflüchtete erhalten keinen vollen Zugang zum Gesundheitssystem. „Asylsuchende haben in den ersten 15 Monaten keinen ausreichenden Anspruch auf medizinische Versorgung. Wir fordern, ihnen entsprechend der menschenrechtlichen Verpflichtungen von Anfang an unbürokratischen Zugang zu Leistungen im Umfang der gesetzlichen Krankenversicherungen zu ermöglichen“, sagt Tobias Kiwitt, Themenkoordinationsgruppe Wirtschaftliche, Soziale und Kulturelle Menschenrechte bei Amnesty International. Diese und weitere Forderungen an die Bundesregierung werden die Sprecher der einzelnen Organisationen bei der Kundgebung vortragen. Die Sprecher und Betroffene stehen Ihnen gern vorweg oder am Rande der Demonstration zu Interviews zur Verfügung. Auf der Kundgebung werden sprechen: Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Lillian Petry Kababiito, Koordinatorin von AGHNiD (Afrikanisches Gesundheits- und HIV-Netzwerk in Deutschland), einem Netzwerk der Deutschen AIDS-Hilfe Dr. Cevat Kara, Projektreferent open.med München, Ärzte der Welt e.V. Prof. Dr. Ulrike Kostka, Direktorin des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin Lukas Kratzsch, Medibüro Berlin Prof. Dr. Gerhard Trabert, Vorsitzender des Vereins Armut und Gesundheit Unterstützer der Kundgebung: Amnesty International Armut und Gesundheit in Deutschland e.V. Ärzte der Welt Bundesverband der Medizinstudierenden Deutschlands – Gruppe Medizin und Menschenrechte Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V. Deutsche AIDS-Hilfe Diakonie Deutschland Familienplanungszentrum Balance Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V. Handicap International IPPNW Malteser Medibüro Berlin Medico international Medinetz Mainz MediNetz Würzburg e.V. Medizin Hilft e.V. Migrantenmedizin Westend – Hoffnungsorte Hamburg Migrationsrat Berlin Parität Praxis ohne Grenzen Praxis ohne Grenzen Remscheid Praxis ohne Grenzen Solingen Stadtmission Berlin Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte Pressekontakt: Deutsche AIDS-Hilfe Holger Wicht Pressesprecher Tel. (030) 69 00 87 – 16 holger.wicht@dah.aidshilfe.de www.aidshilfe.de Original-Content von: Deutsche AIDS-Hilfe, übermittelt durch news aktuell

Quelle: presseportal.de

TBF am 20. März 2018, 09:23 Uhr

Bible verse of the day

Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.
 

Kalender

Dezember 2019
S M D M D F S
« Nov    
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031  

Stichwörter

Kategorien

    Archive

    RSS RSS-Feed

    • Leonie von Hase aus Kiel ist Miss Schleswig-Holstein 2020
      Die Kielerin Leonie von Hase ist die neue Miss Schleswig-Holstein. Die 35-Jährige, die einen Internet-Shop für Vintage-Kleidung betreibt, tritt im Februar 2020 bei der Wahl zur Miss Germany 2020 an, wie der Veranstalter, die Miss Germany Corporation (MGC) mit Sitz in Oldenburg, am Sonntag mitteilte.
    • Handball: Rune Dahmke verlängert bis 2022 bei Rekordmeister Kiel
      Kiel (dpa/lno) - Der THW Kiel hat den Vertrag mit Linksaußen Rune Dahmke vorzeitig um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2022 verlängert. Das gab der Handball-Rekordmeister vor dem Heimspiel gegen GWD Minden bekannt. "Ich bin Kieler, und ich bleibe Kieler", sagte der 26-jährige Flügelspieler: "Wir haben ei
    • Berger und Richter siegen beim X-Mass Run in Hamburg
      Eric Berger vom Verein Hamburg Running hat am 2. Adventssonntag den X-Mass Run in Hamburg gewonnen. Die 5-Kilometer-Runde, die durch das Millerntor-Stadion, um das Heiligengeistfeld und durch Planten un Blomen führte, legte er in 18:16 Minuten zurück. Zweiter wurde Christoph Deppe (Hamburg Running/1
    • Mitarbeiter in Spielhalle mit Schusswaffe bedroht
      Ein Unbekannter hat in der Nacht zu Sonntag eine Spielhalle in Hamburg-Harburg überfallen und einen Mitarbeiter mit einer Schusswaffe bedroht. Der Angestellte zählte nach ersten Erkenntnissen die Einnahmen des Tages, als der Mann mit der Waffe die Spielhalle betrat, wie die Polizei mitteilte. Der Tä
    • Schauspieler Sandmeyer mit Boy-Gobert-Preis ausgezeichnet
      Der in Saarbrücken geborene Schauspieler Merlin Sandmeyer ist am Sonntag in Hamburg mit dem Boy-Gobert-Preis ausgezeichnet worden. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis für Nachwuchsschauspieler an Hamburger Bühnen wurde in einer Matinee im Thalia Theater überreicht, wie die Hamburger Körber-Stiftung m
    • Ein Toter und acht Verletzte bei Unfällen am Wochenende
      Bei Verkehrsunfällen in Schleswig-Holstein sind am Wochenende acht Menschen schwer verletzt worden, ein 19 Jahre alter Beifahrer kam in Pinneberg ums Leben. Der ebenfalls 19 Jahre alte Fahrer des Autos kam nach Angaben der Polizei in einer Linkskurve von der Fahrbahn ab und krachte gegen einen Baum.
    • Schleswig-Holstein - Schwerer Unfall: 19-Jähriger tot, vier Teenager verletzt
      Pinneberg (dpa) - Bei einem Verkehrsunfall in Pinneberg ist ein 19-Jähriger in der Nacht zum Sonntag ums Leben gekommen. Vier weitere Teenager wurden schwer verletzt, drei von ihnen lebensgefährlich, wie die Polizei in Schleswig-Holstein mitteilte. Ein 19 Jahre alter Autofahrer kam demnach in einer
    • Autofahrer gerät in Gegenverkehr und verletzt Frau schwer
      Eine Beifahrerin hat bei einem Unfall auf der Bundesstraße 76 schwere Verletzungen erlitten, als ein entgegenkommendes Auto ihren Wagen touchierte. Warum der mutmaßliche Unfallverursacher am Samstag zwischen Gettorf und Eckernförde (Kreis Rendsburg-Eckernförde) in den Gegenverkehr geriet, war zunäch
    • Hamburg will Grundschullehrer gleichstellen
      Hamburg will die Rolle der Grundschulen stärken. Zwei Tage nach der Kultusministerkonferenz (KMK), bei der die Länder ein Ersatzgremium für den gescheiterten Nationalen Bildungsrat beschlossen hatten, unterstrich Hamburgs Schulsenator Ties Rabe die Bedeutung der Grundschulzeit. Hamburg werde die Bes
    • Osnabrück trotz Erfolg bescheiden: "Sieg noch keine Krönung"
      Bei Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück hebt trotz der Erfolgsserie von zuletzt sieben Spielen ohne Niederlage und den Erfolgen gegen die Topteams aus Stuttgart und Hamburg niemand ab. "Dieser Sieg ist für mich noch keine Krönung - das hieße ja, wir hätten schon etwas erreicht", sagte Offensivspieler

    Polls

    Wird sich Frau Dr. Merkel noch bis zum Ende der Legislaturperiode als Kanzlerin halten?

    Ergebnisse

    Loading ... Loading ...

    RSS-Feed

    RSS-Feed abonnieren

    Öffnen Sie eine Kategorie, für Kategorie RSS-Feeds