DEKV: MDK-Reformgesetz vernachlässigt die Folgen des demografischen Wandels in Deutschland » hier-luebeck - Das interaktive, älteste Online-Magazin für Lübeck und Umgebung seit 1999

Anmelden

hier-luebeck

Das interaktive, älteste Online-Magazin für Lübeck und Umgebung seit 1999

Mittwoch, 29. Januar 2020 02:44:00 Uhr

DEKV: MDK-Reformgesetz vernachlässigt die Folgen des demografischen Wandels in Deutschland

Berlin (ots) – Ein Meniskusschaden wird heute meist ambulant operiert. Doch wie sieht es aus, wenn eine Patientin betagt ist und durch zusätzliche Erkrankungen wie Hypertonie und Adipositas die Mobilisation nach der Operation erschwert ist? Wenn zu Hause niemand ist, der sie unterstützen kann – im Gegenteil: Der leicht demente Ehemann braucht selbst Hilfe, eine Aufgabe, die normalerweise seine Frau übernimmt. Aus Sicht des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) ist der Fall klar: Auch diese Patientin kann ambulant versorgt werden. Bleibt sie aufgrund einer Drainage, der Gabe von leichten Schmerzmitteln und zur krankengymnastischen Betreuung für zwei Tage stationär im Krankenhaus, handelt es sich um eine Fehlbelegung. Prüfpraxis bestraft verantwortliches Handeln Zentrale Inhalte des aktuell im Kabinett diskutierten MDK-Reformgesetzes sind neben der Unabhängigkeit des Medizinischen Dienstes von den Kranken- und Pflegeversicherungen die Abrechnungsprüfungen in den Krankenhäusern. Hier will das Gesetz die Abrechnungsqualität der Krankenhäuser belohnen. „Im Prinzip ist das ein guter, begrüßenswerter Ansatz. Doch er wird den aktuellen Gegebenheiten bei der Versorgung bestimmter Patienten nicht gerecht: Wollen Krankenhäuser bei der Betreuung vulnerabler Patientengruppen, beispielsweise der zunehmenden Zahl älterer oder kognitiv eingeschränkter Patienten, so handeln, wie es die besondere Situation dieser Patienten erfordert, sind scheinbare Fehlbelegungen unvermeidbar. Dadurch setzen sich die Krankenhäuser dem Verdacht der Falschabrechnung und einer sich daraus ergebenden erhöhten Prüfquote sowie ab 2021 Sanktionszahlungen aus. Das ist vor dem Hintergrund der demografischen Zahlen und dem Aufwuchs älterer und kognitiv eingeschränkter Patienten im Krankenhaus ein falsches Signal. Stattdessen muss eine politische und gesellschaftliche Lösung gefunden werden, die sicherstellt, dass verantwortliches Handeln gegenüber vulnerablen Patientengruppen nicht zu Lasten der Krankenhäuser geht“, erklärt Christoph Radbruch, Vorstand des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes (DEKV). Versorgungsengpässe abbauen Dass eine politische Lösung gefunden werden muss, zeigen erste Ansätze beispielsweise aus Nordrhein-Westfalen: Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kündigte Anfang Juni an, dass zur Erleichterung des Übergangs aus der stationären Behandlung in solchen Situationen die Kurzzeitpflege auch in Krankenhäusern möglich und abrechnungsfähig werden soll. Bisher ist diese Betreuungsform auf Pflegeheime beschränkt. Es stehen jedoch in vielen Regionen zu wenige Kurzzeitpflegeplätze zur Verfügung. Dazu Radbruch: „Kurzzeitpflege im Krankenhaus im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung ist ein wichtiger Baustein in einem aus verschiedenen Komponenten bestehenden Lösungsmodell. Einen weiteren Beitrag können evangelische Krankenhäuser leisten. Sie sind in der diakonischen Versorgungskette in ein System eingebunden, das neben der Krankenhausbehandlung die Kurz- und Langzeitpflege, die Sozial- und Diakoniestationen bis hin zum Aufenthalt im Hospiz umfasst. Damit können diakonische Versorgungseinrichtungen dem Bedarf erkrankter Menschen umfassend und verantwortungsbewusst gerecht werden.“ „Um ausreichend Kapazitäten zu schaffen, muss die Abrechenbarkeit dieser Leistungen gegeben sein. Dazu gilt es unter anderem bei der Verabschiedung des MDK-Reformgesetzes die Weichen in Richtung eines verantwortlichen Handelns zu stellen. Aus Sicht des DEKV wäre dazu eine klinisch-ethische Kompetenzstelle der richtige Weg, die bei besonders betreuungsbedürftigen Patientengruppen in die Entscheidungsfindung regelhaft mit einbezogen werden muss. Die Verantwortung für die Patientinnen und Patienten muss an erster Stelle stehen“, betont Radbruch. Pressekontakt: Medizin & PR GmbH – Gesundheitskommunikation Barbara Kluge | Eupener Straße 60, 50933 Köln E-Mail: barbara.kluge@medizin-pr.de | Tel.: 0221 / 77543-0 Melanie Kanzler | Verbandsdirektorin E-Mail: kanzler@dekv.de | Tel.: 030 80 19 86-11 Original-Content von: Deutscher Evangelischer Krankenhausverband e. V. (DEKV), übermittelt durch news aktuell

Quelle: presseportal.de

TBF am 17. Juli 2019, 12:26 Uhr

Bible verse of the day

Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft.
 

Kalender

Januar 2020
S M D M D F S
« Dez    
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031  

Stichwörter

Kategorien

Archive

RSS RSS-Feed

  • Bayern bei Hybriden und Elektroautos in Deutschland vorne
    Flensburg/München (dpa/lby) In keinem anderen Bundesland wurden vergangenes Jahr mehr Elektro-Pkw und Hybride neu zugelassen als in Bayern. Mit insgesamt 73 826 dieser elektrifizierten Fahrzeuge liegt der Freistaat weit vor Nordrhein-Westfalen mit 58 282 und Baden-Württemberg mit 50 286, wie aus Zah
  • Bühnenautorin Magdalena Schrefel erhält Kleist-Förderpreis
    Frankfurt (Oder) - Der "Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker" geht in diesem Jahr an Magdalena Schrefel für ihr Stück "Ein Berg, viele". Das teilten die Stadt Frankfurt (Oder) und das Kleist Forum auf einer Pressekonferenz mit. Die Auszeichnung gilt als einer der wichtigsten N
  • Schleswig-Holstein: Schäfer und Schafherde werden von Zug erfasst
    Ein Schäfer wollte in Schleswig-Holstein seine ausgebrochene Herde wieder einfangen, dann kam es zum Unglück: Ein Zug erfasste die Herde. Der Bahnverkehr auf der Strecke Hamburg-Sylt kam zum Erliegen. Ein Schäfer ist am Dienstag auf der Bahnstrecke Hamburg-Sylt nahe Wilster (Kreis Steinburg) von ein
  • Todesschuss in Neumünster: Nebenklage fordert Freispruch
    Im Prozess um einen heimtückischen Mord an einem Mann in Neumünster hat nach der Staatsanwaltschaft auch die Nebenklage Freispruch für den Mitangeklagten gefordert. Der 41-jährige Hauptangeklagte sei dagegen des Mordes schuldig und zu verurteilen, beantragte der Rechtsanwalt des Nebenklägers am Dien
  • Neue Landschaftsrahmenpläne für den Norden erarbeitet
    Umweltminister Jan Philipp Albrecht hat neue Landschaftsrahmenpläne für Schleswig-Holstein vorgestellt. Der Grünen-Politiker sprach am Dienstag nach einer Kabinettssitzung von einer wichtigen Planungsgrundlage für den Natur- uns Artenschutz sowie für die Landschaftspflege. Die vorgenommene Inventur
  • Letzte Arbeiten vor Theaterpremiere von "Harry Potter"
    "Expelliarmus", "Expecto Patronum" und "Crucio" - diese berühmten Zaubersprüche werden schon bald regelmäßig in Hamburg zu hören sein. Die deutschsprachige Erstaufführung des Theaterstücks "Harry Potter und das verwunschene Kind" von J.K. Rowlings steht in den Startlöchern. Am 15. März feiert das St
  • Hamburger Hochschulen erhalten zusätzliche Forschungsgelder
    Wissenschaftler an Hamburgs Hochschulen erhalten zusätzliches Geld für ihre Forschung. Die Wissenschaftsbehörde hat aus der Landesforschungsförderung rund 23, 3 Millionen Euro für 18 Vorhaben bei einer Laufzeit von bis zu 3, 5 Jahren bewilligt, wie die zuständige Senatorin Katharina Fegebank (Grüne) a
  • Fehmarnbelt Business Council betont Chancen mit Ostseetunnel
    Mit zwei großen Tagungen will das Fehmarnbelt Business Council (FBBC) in diesem Jahr über den geplanten Bau des Ostseetunnels zwischen Deutschland und Dänemark informieren. Dieses Jahrhundertbauwerk biete große Chancen und sei ein Impulsgeber für das Zusammenwachsen zwischen Skandinavien und Mittele
  • Finanzausgleich bringt Norden 253 Millionen Euro zusätzlich
    Mit der Neuregelung der Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern zu diesem Jahr fließen 253 Millionen Euro mehr in Schleswig-Holsteins Landeskasse. Nach einer Modellrechnung des Bundesfinanzministeriums erhalten die Länder insgesamt rund 9, 64 Milliarden Euro zusätzlich vom Bund. Dies geht aus der
  • Radfahrerin wird von Lastwagen erfasst und schwer verletzt
    Eine Fahrradfahrerin ist in Elsterwerda (Elbe-Elster) von einem Lastwagen erfasst und schwer verletzt worden. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wollte der Fahrer des Tanklasters am Dienstag an der Kreuzung der Bundesstraßen 101 und 169 abbiegen und kollidierte mit der Frau. Die 69-Jährige musste

Polls

Wird sich Frau Dr. Merkel noch bis zum Ende der Legislaturperiode als Kanzlerin halten?

Ergebnisse

Loading ... Loading ...

RSS-Feed

RSS-Feed abonnieren

Öffnen Sie eine Kategorie, für Kategorie RSS-Feeds