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Freitag, 20. Oktober 2017 00:01:27 Uhr

Haus der Geschichte: Wir müssen neue Wege gehen

Haus der Geschichte: Wir müssen neue Wege gehen – Ein Haus der Geschichte Schleswig-Holsteins ist ein Desiderat, das CDU, SPD, Grüne, FDP und SSW zwar in unterschiedlicher Weise, aber doch gemeinsam seit bald 20 Jahren bedauern. Die Landtagsdebatten hierzu aus den Jahren 2001 bis 2003 könnten ein eigenes kleines Kapitel der jüngeren Zeitgeschichte füllen. Kurz zusammengefasst stünde darin: Es fehlt nicht am politischen Willen und gesellschaftlichem Engagement, es fehlt nicht an Ideen und Konzepten, es fehlt an Geld.

Das ist heute nicht anders als damals. Und auch damals wurden Kompromisse zu einem realen Museumsbau vorgeschlagen, die allerdings leider nur bedingt weiter verfolgt wurden. Immerhin: Es gibt das Virtuelle Museum für dänisch-deutsche Regionalgeschichte und es gibt immer mal wieder Ideen für Wanderausstellungen zu einzelnen Aspekten der Landesgeschichte, wie sie derzeit für die Erinnerung an die Revolution von 1918, die in Kiel ihren Anfang nahm, erarbeitet wird.

Und doch sind die Zeiten heute andere als damals und deshalb ist es gut und wichtig, dass wir heute hier erneut über unsere Geschichte reden und wir uns an sie erinnern wollen und müssen.

Angesichts der Rechtspopulisten, die hinter ihrer bürgerlichen Maske immer unverhohlener die Fratze der Rassisten und Nationalchauvinisten zeigen, ist die Erinnerung und nicht das Schweigen gerade auch über unsere jüngste Vergangenheit erste Bürgerpflicht.

Ein Blick in die Geschichte lehrt: Demokratie ist nicht selbstverständlich. Gleichheit, Freiheit, Solidarität sind hart erkämpft. Von Menschen, die dafür verfolgt wurden und nicht selten sogar ihr Leben ließen. Das sind die wahren Helden, an die wir uns erinnern und denen wir zu danken haben.

„Wer arm ist, muss zumindest schlau sein.“ – Ein Blick in die Plenarprotokolle aus dem Jahr 2002 bringt dieses schöne Zitat der Abgeordneten Anke Spoorendonk zutage, die sich zwar vehement für ein Haus der Geschichte stark gemacht hat, aber durchaus die finanziellen Realitäten des Landes kannte und mit denen sie als Ministerin viele Jahre später haushalten musste.

Wenn schon ein neues Museum nicht in Sicht sein kann, so sollten wir, an die Debatten von damals anknüpfend, neue Wege gehen. Dabei sollten wir uns auf die neueste Geschichte konzentrieren und den Gedanken an Wechselausstellungen aufgreifen. Ich persönlich meine, dass wir damit schneller zum Ziel der Geschichtsvermittlung kommen als mit illusorischen Neubauplänen und lähmenden Standortdebatten. Auch die Weiterentwicklung medialer Vermittlungsmöglichkeiten und neue didaktische Herausforderungen müssen diskutiert werden. Kurz und gut: Wir brauchen ein neues Konzept, dessen Erarbeitung wissenschaftlich begleitet wird und die finanziellen, aber auch musealen Voraussetzungen des Landes berücksichtigt.

Man kann sagen: soweit waren wir schon mal. Aber man muss auch sagen, weiter ging’s bislang nicht. Diese nächsten Schritte werden nun gegangen und wir sollten sie im Ausschuss weiterverfolgen.

Luebecker Dienstleistungskontor am 22. September 2017, 15:20 Uhr

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Sorgt euch nicht um das Leben, was ihr essen sollt, auch nicht um den Leib, was ihr anziehen sollt. Denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung.
 

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