(Korrektur: Diesel-Debatte: Mathematiker wirft Umweltbundesamt Rechenfehler vor) » hier-luebeck - Das interaktive, älteste Online-Magazin für Lübeck und Umgebung seit 1999

Anmelden

hier-luebeck

Das interaktive, älteste Online-Magazin für Lübeck und Umgebung seit 1999

Samstag, 29. Februar 2020 14:58:57 Uhr

(Korrektur: Diesel-Debatte: Mathematiker wirft Umweltbundesamt Rechenfehler vor)

Hamburg (ots) – Korrektur: Dr. Peter Morfeld ist Epidemiologe und Mathematiker, der sich an der Universität Köln im Fach Epidemiologe zum Thema „Mathematische Kausalmodelle in der Medizin“ habilitiert hat. Morfeld ist jedoch nicht Professor an der Universität Bochum. Er hat keinen Ruf an einen Lehrstuhl. Die Redaktion bittet den Fehler zu entschuldigen. Die Debatte um Dieselfahrverbote und Gesundheitsgefahren durch Stickstoffdioxid (NO2) nimmt weiter Fahrt auf: Nach der Kritik von mehr als 100 Lungenärzten und Ingenieuren an Grenzwerten und Messverfahren melden sich im ARD-Wirtschaftsmagazin „Plusminus“ (Sendung: Mittwoch, 22. Februar, 21.45 Uhr, Das Erste) nun auch Mathematiker zu Wort. Sie werfen dem Münchener Helmholtz-Institut vor, in seiner umstrittenen Studie für das Umweltbundesamt ohne wissenschaftliche Grundlage übertriebene Ängste vor mehr als 6000 vorzeitigen Todesfällen durch Stickstoffdioxid zu schüren. „In diesem Report wird eine Formel verwendet, die falsch ist“, sagt der habilitierte Epidemiologe und Mathematiker Dr. Peter Morfeld. „Wir können diesen Daten in dem Bericht des Umweltbundesamtes nicht trauen. Eine solche Aussage ist Unsinn.“ In der Studie vom März 2018 hatte das Helmholtz-Institut mit statistischen Methoden Zusammenhänge von Stickstoffdioxid-Belastungen und Krankheitsverläufen errechnet. Dabei kamen die Forscher zu dem Schluss, dass im Jahr 2014 rund 6000 Menschen in Deutschland vorzeitig durch Stickstoffdioxid verstorben seien. Die Studie wurde auch in der Debatte um Fahrverbote für Diesel-PKW wiederholt als Argument verwendet. Im Interview mit dem ARD-Wirtschaftsmagazin „Plusminus“ wirft Morfeld dem Helmholtz-Institut vor, eine in der Mathematik gebräuchliche Formel, die sogenannte AF-Formel (Attributale Fraktion), falsch angewendet zu haben. Für eine Errechnung vorzeitiger Todesfälle fehle die notwendige Datengrundlage. Um vorzeitige Todesfälle durch Stickstoffdioxid bestimmen zu können, müsse jeder Person, die beurteilt werden soll, ein statistischer Zwilling zugeordnet werden, mit genau derselben Lebensweise wie regelmäßigem Sport, oder etwa dem genau gleichen Alkoholkonsum. Es dürfe nur einen Unterschied geben: die Belastung durch NO2. „Wenn wir solche Daten nicht zur Verfügung haben, können wir den Begriff der vorzeitigen Todesfälle nicht sinnvoll verwenden“, sagt Morfeld. „Und solche Daten gibt es in der Epidemiologie nicht.“ Wenn man nur auf die Größe schaue, die mit der Formel gemessen werden könne, nämlich generell verlorene Lebenszeit, ergebe sich ein ganz anderes Bild der Schadstoffbelastung als öffentlich dargestellt. Der Effekt der NO2-Exposition sei in Wahrheit klein, im Jahr 2014 statistisch für die Gesamtbevölkerung betrachtet nur acht Stunden pro Person. „Diese große, plakative Wirkung mit dem vielen Todesfällen, die ergibt sich nur, wenn ich die Formel falsch anwende.“ Das Umweltbundesamt geht nach eigener Aussage offen mit Kritik um und will die Anwendung der Formel nun überprüfen. Die Frage sei dabei nicht, ob die Formel falsch oder richtig sei. Bezweifelt werde lediglich, ob sie auch für die Ableitung vorzeitiger Todesfälle verwendbar ist, wie von der WHO empfohlen. Hierfür stünde das Umweltbundesamt mit dem US-amerikanischen Institute for Health Metrics and Evaluation aus Seattle in Kontakt, das auf dem Gebiet der Krankheitslaststudien weltweit führend sei und die kritisierte Formel ebenfalls verwende. Eine endgültige Position werde das UBA erst im Anschluss einnehmen. Morfeld fordert unterdessen eine Versachlichung der Diesel-Debatte. Man müsse klar sagen, dass vorzeitige Todesfälle nicht bestimmt werden könnten. Andernfalls könnte das Vertrauen der Bürger in Politik und Wissenschaft erschüttert werden – vor allem angesichts anstehender Dieselfahrverbote und drohender finanzieller Verluste für die Betroffenen. Das Umweltbundesamt fordert der Epidemiologe deshalb auf, seinen Bericht zu den 6000 vorzeitigen Todesfällen zurückzuziehen: „Sicher ist das ein schwieriger Schritt für das Umweltbundesamt, aber ich halte ihn für überfällig.“ Die Lungenärzte um den früheren Chef der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie Prof. Dieter Köhler haben nach einem Bericht der tageszeitung (taz) inzwischen ihre Stellungnahme zu Gesundheitsgefahren durch Luftschadstoffe korrigiert. Dieter Köhler hat Fehler bei der Berechnung von Feinstaubbelastungen von Rauchern bzw. falsche Ausgangswerte über den tatsächlichen Schadstoffgehalt von Zigaretten eingeräumt. In einer Pressemitteilung verteidigte Köhler aber die These der Lungenärzte, wonach das Beispiel der Raucher mit ihren hohen Schadstoffbelastungen die Annahmen des Umweltbundesamts zu Gesundheitsgefahren von Luftschadstoffen in niedrigen Dosen widerlege. Auch der Mathematiker Peter Morfeld hat die Berechnungen von Prof. Köhler überprüft. Dem NDR sagte Morfeld dazu: „Es ist richtig, dass ein Rechenfehler in eigenen Aussagen, die Herr Köhler gemacht hat, vorliegt. Aber dieser Rechenfehler hat keine große Relevanz für das eigentliche Argument, das er führt. Das ist mehr ein Nebensatz gewesen, in dem dies auftritt. Die eigentliche Logik der gesamten Argumentation wird dadurch nicht betroffen.“ Die Zahl der Lungenärzte, die die kritische Stellungnahme zu Luftschadstoffen unterzeichnet haben, ist inzwischen auf rund 130 angestiegen. Pressekontakt: Norddeutscher Rundfunk Presse und Information Ralf Pleßmann Tel.: 040/4156-2333 Mail:r.plessmann@ndr.de http://www.ndr.de https://twitter.com/NDRpresse Original-Content von: NDR / Das Erste, übermittelt durch news aktuell

Quelle: presseportal.de

TBF am 20. Februar 2019, 16:00 Uhr

Bible verse of the day

Der Segen des HERRN allein macht reich, und nichts tut eigene Mühe hinzu.
 

Kalender

Februar 2020
S M D M D F S
« Jan    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829

Stichwörter

Kategorien

Archive

RSS RSS-Feed

  • Coronavirus: Deutschland und die Welt wappnen sich für eine Pandemie
    Das Coronavirus verbreitet sich weiter um die Erde, bei mehr als 83.000 Menschen in 52 Ländern wurde der Erreger nachgewiesen. Auch in Deutschland steigt die Zahl, die Bundesregierung ist im Krisenmodus. Wegen des Coronavirus haben die Organisatoren der weltgrößten Reisemesse ITB Berlin die Veransta
  • Fußgänger in Tornesch von Triebwagen überrollt: Lebensgefahr
    Ein Fußgänger ist in Tornesch (Kreis Pinneberg) von einem Triebwagen erfasst und lebensgefährlich verletzt worden. Der Mann sei am Freitag aus noch ungeklärter Ursache unter dem Zug eingeklemmt worden, teilte die Feuerwehr mit. In dem Triebwagen befanden sich 26 Passagiere, sie blieben ebenso wie de
  • Schlägerei mit Fäusten und Flaschen: Drei Verletzte
    Mit Flaschen und Fäusten sind zwei Gruppen in Königs Wusterhausen (Landkreis Dahme-Spreewald) aufeinander losgegangen. Laut Polizei war eine Gruppe teils Betrunkener im Alter zwischen 17 und 35 mit Passanten in Streit geraten. Drei Jugendliche wurden bei der Auseinandersetzung am Donnerstagabend ver
  • Coronavirus: Städte und Kreise rufen zu Besonnenheit auf
    Städte und Landkreise in Brandenburg mahnen ihre Bürger, in Bezug auf das Coronavirus Ruhe zu bewahren. "Besonnenheit ist das Gebot der Stunde, Überreaktionen sind unangebracht", sagte René Wilke, Oberbürgermeister in Frankfurt (Oder), laut Mitteilung vom Freitag. Die Stadt Cottbus richtete eine Int
  • Betrugsmasche Coronavirus: Anrufer fordern Geld
    Mit einer angeblichen Coronavirus-Erkrankung haben Enkeltrickbetrüger in Mühlenbecker Land (Landkreis Oberhavel) versucht, an Bargeld zu kommen. Gleich drei Vorfälle am Donnerstag seien bekannt geworden, teilte die Polizei am Freitag mit. In einem Fall habe ein 85 Jahre alter Mann bereits das geford
  • Latino-Pop - "In The Key Of Joy": Sergio Mendes and Friends
    Berlin (dpa) - Er ist eine Legende des Latino-Pops, der brasilianische Pianist und Komponist Sergio Mendes hat längst nicht nur mit seinem Welthit "Mas Que Nada" Geschichte geschrieben. Angefangen hat er mit dem Bossa Nova, dann kam die fantastische Band Brasil 66, aber bei allen Erfolgen hat sich M
  • Schauspieler Hans Sigl liebt die klassische Literatur
    Der Schauspieler Hans Sigl ("Der Bergdoktor") ist ein Fan klassischer Literatur. Der Satz "Man ist und bleibt allein" des Schriftstellers Ödön von Horváth trage ihn durchs Leben, sagte der 50-Jährige in einem Interview der Wochenendausgabe der VRM-Tageszeitungen ("Allgemeine Zeitung Mainz", "Darmstä
  • Grüne: Absage von Großveranstaltungen kein Tabu
    Mit der Ausbreitung des neuen Coronavirus auch nach Schleswig-Holstein darf nach Ansicht der Grünen im Kieler Landtag die Absage öffentlicher Großveranstaltungen kein Tabuthema sein. "Aufgrund der Aggressivität des Virus muss diese Frage aus unserer Sicht von Tag zu Tag neu bewertet werden", sagte d
  • Nordkirche: Wegen Coronavirus auf Handschlag verzichten
    Travemünde (dpa)- Angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus empfiehlt die Nordkirche Gottesdienstbesuchern, symbolische Akte wie den Friedensgruß und das Händeschütteln am Eingang sicherheitshalber zu vermeiden. Auswirkungen auf das gottesdienstliche Leben gebe es aber derzeit nicht. "So
  • Babelsberger Kinderfilmuni tourt durch Brandenburg
    Die Babelsberger Kinderfilmuni geht auf Tour. Unter dem Titel "Kinderfilmuni@Präsenzstellen" will das Team Programme in bestimmten Hochschulen in Brandenburg anbieten, teilte die Filmuniversität Babelsberg "Konrad Wolf" am Freitag mit. Seit 2007 bietet die Kinderfilmuni dem Nachwuchs Einblicke in di

Polls

Wird sich Frau Dr. Merkel noch bis zum Ende der Legislaturperiode als Kanzlerin halten?

Ergebnisse

Loading ... Loading ...

RSS-Feed

RSS-Feed abonnieren

Öffnen Sie eine Kategorie, für Kategorie RSS-Feeds