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Mittwoch, 18. Oktober 2017 00:11:06 Uhr

Tierschützer dokumentieren Nerzfarm in Schlesen und erstatten Anzeige (mit Video)

Vor wenigen Tagen wies das Verwaltungsgericht Schleswig die Klage eines Pelztierzüchters aus Schlesen ab, dem das zuständige Veterinäramt die Genehmigung entzogen hatte. Dem Züchter wurde aber die Möglichkeit eingeräumt, vor dem Oberverwaltungsgericht in Berufung zu gehen. Jetzt macht der Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. Druck. Der Verein dokumentierte die Umstände auf der Farm und erstattete Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Köln/Schlesen, 05.09.2012. Vor sechs Jahren wurde vom Bundesrat eine neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung („Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung“) beschlossen, die auch bessere Haltungsbedingungen für Tiere auf Pelztierfarmen festschreibt. So soll Nerzen zukünftig mindestens 1 m² Platz zur Verfügung stehen. Für die Umsetzung wurde den Pelztierfarmbetreibern eine Übergangsfrist von 5 Jahren eingeräumt. Diese lief am 11.12.2011 aus. Umgesetzt hat der Betreiber von Schleswig-Holsteins letzter Nerzfarm die neuen Vorgaben bislang nicht.

Bis heute hält er in Schlesen (Kreis Plön) Tausende Nerze in winzigen Gitterkäfigen. 2011 untersagte ihm die zuständige Behörde per Ordnungsverfügung die weitere Tierhaltung. Ein Widerspruch des Züchters wurde zurückgewiesen. Auch seine Klage vor dem Verwaltungsgericht in Schleswig wurde abgewiesen. Dem Züchter wurde aber die Möglichkeit eingeräumt, vor dem Oberverwaltungsgericht in Berufung zu gehen. Bis dahin bleibt die Farm in Betrieb.

Aus Sicht des Arbeitskreises humaner Tierschutz e.V. ist dies ein Skandal. Der Arbeitskreis hat die Haltungsbedingungen auf der Farm dokumentiert. Auf dem Videomaterial ist unter anderem zu sehen, dass die Trinkwasservorrichtungen der Nerze defekt sind und die Fäkalien der Tiere ungehindert in den Boden sickern. Stefan Klippstein, Sprecher des Vereins, ist über die Zustände schockiert: „Nicht nur, dass der Nerzfarmer sich nicht an geltende Tierschutzvorschriften hält und die Farm illegal betreibt. Anscheinend ist er noch nicht einmal bereit, die Farm ordnungsgemäß in Stand zu halten.“ Der Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. vermutet, dass der Pelztierzüchter mit seinen Klagen Zeit schinden will, um in diesem Jahr noch einmal ernten zu können – so nennen die Züchter das Häuten der Pelztiere.

Der Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V. hat bei den zuständigen Aufsichtsbehörden (Veterinär- und Umweltamt) das Videomaterial zur Verfügung gestellt und Anzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und Umweltverschmutzung gegen den Betreiber der Nerzfarm in Schlesen gestellt.

TBF am 5. September 2012, 10:53 Uhr

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