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Montag, 11. November 2019 21:59:41 Uhr

Wie Hausbesitzer die Energiewende erfolgreich mitgestalten können – Eine neue „Gebäudetypologie Schleswig-Holstein“ gibt die Antwort

Modernisiertes Mehrfamilienhaus von 1872

Modernisiertes Mehrfamilienhaus von 1872

Eine erfolgreiche Energiewende beginnt in den eigenen vier Wänden. Das Innenministerium und die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen helfen Hausbesitzern, privaten Wohnungsunternehmen und Kommunen bei der Beantwortung der wichtigsten Frage, welcher konkrete technische und finanzielle Aufwand erforderlich ist, um bestimmte Energieeinsparziele zu erreichen, und ob sich dieser Aufwand angesichts der eingesparten Kosten für Heizung und Warmwasser auch lohnt. Ausführliche fachmännische Antworten darauf sind jetzt nachzulesen in der „Gebäudetypologie Schleswig-Holstein“.

Innenminister Andreas Breitner nannte dieses Gemeinschaftswerk der schleswig-holsteinischen Klimapaktpartner einen Wegweiser für effiziente Investitionen in den Klimaschutz. „Es schafft Transparenz und liefert wichtige Hinweise für die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit einer energetischen Modernisierung des Wohnungsbestandes“, sagte Breitner am Freitag (29. Juni) in Kiel. Die Gebäudetypologie solle ihren Wert dauerhaft erhalten und werde deshalb fortgeschrieben.

Energiewendeminister Robert Habeck sagte: „Die Gebäudesanierung ist der schlafende Riese des Klimaschutzes. Dank der Gebäudetypologie wissen wir jetzt, wo er schläft und wie wir ihn wecken können. Etwa 40 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland gehen auf das Konto der Wärmeversorgung der 18 Millionen Gebäude. Gut, dass Schleswig-Holstein mit der Gebäudetypologie nun ein geeignetes Werkzeug für die energetische Gebäudesanierung hat. So treiben wir die Energiewende weiter voran.

Der Leitfaden für wirtschaftliche und energieeffiziente Sanierungen typisiert und beschreibt den gesamten Wohnungsbestand Schleswig-Holsteins an Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern. Auf über 130 Seiten lässt sich landesweit und unterteilt in Kreise und kreisfreie Städte passgenau nachlesen, zu welcher Bauform und Baualtersklasse ein Haus gehört, wie hoch der derzeitige Energieverbrauch ist und welche technischen Maßnahmen zu welchen Kosten ergriffen werden müssen, um künftig weniger Energie zu verbrauchen.

So ergeben sich beispielsweise für ein typisches Einfamilienhaus der Baujahre 1958 bis 1968, das 14 Prozent aller Wohngebäude stellt, Kosten in Höhe von 330 bis 410 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche für eine den heutigen Anforderungen entsprechende energetische Erneuerung. Um ein typisches Mehrfamilienhaus des Baualters 1969-1978, das rund sieben Prozent des Wohnungsbestands repräsentiert, auf einen zeitgemäßen energetischen Zustand zu bringen, sind 250 bis 300 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche erforderlich.

Zusammengefasst ergeben die Daten einen Überblick über Wohnbestände, Energieverbrauchskennwerte und Modernisierungsstände in den Regionen des Landes. So wird beispielsweise deutlich, dass nur noch rund vier Prozent der bis 1978 gebauten Mehrfamilienhäuser in Schleswig-Holstein noch nicht modernisiert sind. Oder dass 54 Prozent der Mehrfamilienhäuser der Baualtersklassen 1979 bis 1987 gering modernisiert sind, und im Jahr 126 Kilowattstunden pro Quadratmeter verbrauchen. Oder dass der durchschnittliche Energieverbrauchskennwert für Einfamilienhäuser in Deutschland bei 172,3 und in Schleswig-Holstein bei jährlichen 171,1 Kilowattstunden pro Quadratmeter liegt.

Die Gebäudetypologie ist von der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. im Auftrag des Klimapakts des Innenministeriums und der wohnungswirtschaftlichen Verbände erarbeitet worden. Sie ist zu finden unter: www.arge-sh.de und www.klimapakt.schleswig-holstein.de. Klimapaktpartner sind die Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holsteinischer Wohnungsunternehmen im Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen, der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Nord, der Verband Schleswig-Holsteinischer Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer (Haus & Grund), der Verband der Immobilienverwalter Schleswig-Holstein, der Verband Wohneigentum/Siedlerbund Landesverband Schleswig-Holstein und das Innenministerium.

Dumke am 29. Juni 2012, 15:46 Uhr

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