Landesregierung spannt Schutzschirm zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie » hier-luebeck - Das interaktive, älteste Online-Magazin für Lübeck und Umgebung seit 1999

Anmelden

hier-luebeck

Das interaktive, älteste Online-Magazin für Lübeck und Umgebung seit 1999

Sonntag, 29. März 2020 16:54:53 Uhr

Landesregierung spannt Schutzschirm zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie

Landesregierung spannt Schutzschirm zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie. KIEL. Zeitnahe und unbürokratische Hilfen für Freiberufler, Selbständige, Kulturschaffende und Unternehmen – die Landesregierung hat heute einen umfangreichen Schutzschirm zur Abmilderung wirtschaftlicher Folgen der Corona-Pandemie gespannt. „Ziel sei es, möglichst vielen zu helfen, die durch die Krise in existenzieller Not geraten seien“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther nach den Kabinettsberatungen heute (20. März) in Kiel.Die in einer Telefonkonferenz des Kabinetts beschlossenen Regelung, die passgenau Zuschüsse oder Darlehen umfassen soll, erläuterte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz. Dabei soll das Zuschussprogramm von der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) abgewickelt werden. Für die Darlehensprogramme arbeiten IB.SH und Hausbanken Hand in Hand. Der Schutzschirm besteht aus Zuschüssen aus einem Corona-Soforthilfeprogramm, einem Mittelstandssicherungsfonds, weiteren Liquiditätshilfen und Bürgschaften sowie Steuerstundungen.

Zunächst 100 Millionen Euro stehen in einem Soforthilfeprogramm für Kleinstunternehmer, kleine Gewerbetreibende und Solo-Selbständige in einer existenzbedrohlichen Wirtschaftslage bereit. Zuschusshöhe: 2.500 Euro sind für Solo-Gewerbetreibende und Solo-Selbständige eingeplant. 5.000 Euro für Gewerbetreibende und Selbständige mit 1 bis zu 5 Vollzeitarbeitskräfte (sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse) vorgesehen. Für Gewerbetreibende und Selbständige mit bis zu 10 Vollzeitarbeitskräften stehen 10.000 Euro bereit. Diese Zuschüsse werden nur gewährt, soweit Anspruch auf Zuschüsse bis zur vorgenannten Höhe oder darüber hinaus aus Programmen des Bundes zur Bewältigung der Corona-Krise nicht bestehen.

Zunächst 300 Millionen Euro werden in einem Mittelstands-Sicherungsfonds bereitgestellt. Aus diesem Fonds können rückzahlbare Zuschüsse von bis zu 750.000 Euro gewährt werden. „Dabei geht es um zunächst zinslose und tilgungsfreie Darlehen, die dazu führen, dass die bestehenden Liquiditätsengpässe überbrückt und abgefedert werden können“, so Buchholz.

„Zielgruppe sind Gewerbetreibende und Selbständige, die unmittelbar durch staatliche Verordnungen im Zuge der Coronakrise in eine existenzbedrohliche Wirtschaftslage bzw. in einen Liquiditätsengpass geraten sind“, betonte der Wirtschaftsminister.

Das Programm besteht aus zwei Tranchen, die mit jeweils 150 Millionen Euro hinterlegt sind. In der ersten Tranche sind Einzelkredite mit einer Laufzeit von maximal 12 Jahren zwischen 15.000 und 50.000 Euro möglich. Die Kredite werden 24 Monate lang tilgungsfrei sein; in den ersten fünf Jahren sind keine Zinsen fällig. Buchholz sicherte ein vereinfachtes und schnelles Verfahren bei der IB.SH zu. In der zweiten Tranche stehen Kredite zwischen 50.000 und maximal 750.000 Euro bereit. Die Laufzeit dieser Kredite beträgt ebenfalls zwölf Jahre. Die ersten fünf Jahre sind tilgungsfrei, die Laufzeit ist auf 12 Jahre begrenzt. Hier gelte ein vereinfachtes Verfahren.

Mit den Maßnahmen aus dem Mittelstandsicherungsfonds sollen die KfW-Programme optimal genutzt werden.

Eine weitere tragende Säule des Programms sind Steuerstundungen und ein vorläufiger Stopp von Vorauszahlungen an die Finanzämter: „Damit sorgen wir für den geringstmöglichen Liquiditätsabfluss aus den Betrieben, während die anderen Bestandteile des Programms dazu dienen, die Existenz der Firmen und Selbständigen in dieser Phase abzusichern“, sagte Finanzministerin Monika Heinold.

Mit unserem Programm werden wir zudem 50 Millionen Euro für einen Fonds bereitstellen, der die Bereiche Kultur, Bildung und Sport stützen wird. Es gehe darum, Einnahmeausfälle u.a. in kulturellen Einrichtungen und Bildungsstätten abzufedern, sagte Finanzministerin Monika Heinold. Einen Umsetzungsvorschlag wird dem Kabinett in der kommenden Woche vorgelegt. Für weitere Bedarfe werden 50 Mio. reserviert.

Bereits umgesetzt werde eine Reihe von Unterstützungsmaßnahmen der Förderinstitute und des Landes, sagte Buchholz. Als Beispiele nannte der Minister die Verdopplung des Mittelstandskredites der IB.SH von 5 Mio. Euro auf 10 Mio. Euro. Darüber hinaus habe der Bund die Bedingungen für KfW-Unternehmerkredite verbessert. Damit sei eine schnelle Kreditgewährung gewährleistet.

Buchholz appellierte an die Betroffenen, sich mit Anträgen noch ein paar Tage in Geduld zu üben und von Anfragen an die Förderbanken noch abzusehen: „Alle arbeiten derzeit unter Hochdruck an der Umsetzung des Hilfsprogramms. Wir gehen davon aus, dass ab Mitte nächster Woche Anträge zum Sonderprogramm gestellt werden können. Sobald dies der Fall ist, werden das Land und die Förderinstitute darüber öffentlich informieren. Wir bitten darum dringend, vorher noch keine Anfragen zu stellen.“

„Das Land möchte und wird weiterhin guter und verlässlicher Investor sowie Auftraggeber und Vertragspartner für die private Wirtschaft sein“, sagte Buchholz. Um die Liquidität der von den Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus betroffenen Unternehmen zu sichern, werden wir gute Lösungen finden mit dem Ziel, Einnahmeausfälle zu kompensieren und ausgefallene Leistungen nach Wiederaufnahme des Normalbetriebs später erbringen zu können.

TBF am 20. März 2020, 19:06 Uhr

Bible verse of the day

Kinder, hütet euch vor den Götzen!
 

Kalender

März 2020
S M D M D F S
« Feb    
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031  

Stichwörter

Kategorien

Archive

RSS RSS-Feed

  • Coronavirus-Pandemie - Holstein-Profi Thesker: Positiver Test kam überraschend
    Kiel (dpa) - Stefan Thesker vom Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel hat sich zwei Wochen nach Bekanntwerden seine Coronavirus-Infektion wieder gesund gemeldet. "Ich bin nicht davon ausgegangen, dass ich mich mit dem Virus angesteckt habe", sagte der 28 Jahre alte Verteidiger den "Kieler Nachrichten"
  • Aufsichtsrat entscheidet: HSV-Boss Hoffmann muss gehen
    Hamburg (dpa) - Fußball-Zweitligist Hamburger SV hat sich von Vorstandschef Bernd Hoffmann getrennt. Der Aufsichtsrat entschied am Samstag nach einer Sitzung, den 57-Jährigen von seinen Aufgaben mit sofortiger Wirkung zu entbinden. Das teilte der Verein mit. Vorausgegangen war ein seit langem schwel
  • HSV trennt sich von Vorstandschef Bernd Hoffmann
    Fußball-Zweitligist Hamburger SV hat sich von Vorstandschef Bernd Hoffmann getrennt. Das teilte der Verein am Samstag nach einer Aufsichtsratssitzung mit.
  • Hamburg zählt vier Corona-Todesfälle: Fast 2000 Infizierte
    In Hamburg hat es zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegeben. Nachdem Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Freitagnachmittag von einem 71 Jahre alten Menschen berichtet hatte, der im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) an einer Covid-19-Erkrankung s
  • Günther: Verfrüht, über Lockerungen zu reden
    Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hält es wie Kanzleramtschef Helge Braun für verfrüht, schon jetzt über Lockerungen der bestehenden Einschränkungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu reden. "Natürlich ist es wichtig für die Menschen, Licht am Ende des Tunnels zu seh
  • Hamburger halten sich an Kontaktverbot
    Die Hamburger Bürgerinnen und Bürger halten sich in den meisten Fällen an das bestehende Kontaktverbot. Dies erklärte die Hamburger Polizei auf Anfrage am Samstag. Die Beamten würden vor allem in Parks und an beliebten Freizeitorten wie dem Elbstrand die Einhaltung des Verbots kontrollieren. Trotz d
  • Herzogin Meghan & Prinz Harry: In diese Stadt sind die Royals wohl gezogen
    Die Frage, wo sich Englands Prinz Harry und seine Frau niederlassen werden, beschäftigt seit Monaten die Medien. Nun berichten mehrere Portale in den USA, dass die Familie in eine Stadt gezogen ist, die der Herzogin nicht fremd ist. Prinz Harry, Herzogin Meghan und ihr knapp zehn Monate alter Sohn A
  • Wegen Angst vor Coronavirus: Angriffe auf Deutsche im Ausland
    Die Coronavirus-Pandemie trifft Europa zurzeit hart. Abseits des Kontinents ist die Angst vor einer Ausbreitung riesig. Deshalb werden unter anderem deutsche Reisende immer wieder angefeindet.  Wegen der Corona-Krise ist es in einigen Ländern vereinzelt zu Diskriminierungen oder sogar Gewalt gegen D
  • Kirche in Zeiten von Corona: Wo Sie online Gottesdienste verfolgen können
    Da wegen des Coronavirus keine Gottesdienste mehr öffentlich stattfinden dürfen, bieten viele Kirchen kreative Alternativen für Gläubige. Messen werden gestreamt, Kurzandachten per Telefon abgehalten und Gebetswünsche online abgegeben. Das Coronavirus hat auch einen Einfluss auf das Leben von Gläubi
  • Deutsch-dänisches Paar: Rendezvous an der Grenze mit Punsch und Keksen
    Aventoft (dpa) - Liebe und Freundschaft kennen keine Grenzen und keine Altersbeschränkung. Auch im Alter von 89 und 85 Jahren wollen sich Karsten Tüchsen Hansen und Inga Rasmussen täglich sehen. Das Problem: Hansen wohnt in Süderlügum in Nordfriesland, Rasmussen im dänischen Gallehus. Und die Grenze

Polls

Wird sich Frau Dr. Merkel noch bis zum Ende der Legislaturperiode als Kanzlerin halten?

Ergebnisse

Loading ... Loading ...

RSS-Feed

RSS-Feed abonnieren

Öffnen Sie eine Kategorie, für Kategorie RSS-Feeds