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Donnerstag, 20. Februar 2020 16:13:06 Uhr

Landwirtschaftsstaatssekretär Rabius sieht die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein auf gutem Weg

NORTORF. Landwirtschaftsstaatssekretär Ernst-Wilhelm Rabius hat auf Einladung der Bezirksbauernverbände Bordesholm und Nortorf die zukünftigen Herausforderungen der Agrarpolitik skizziert. Nach Rabius‘ Ansicht sei die Landwirtschaft stärker in das Blickfeld der internationalen Politik gerückt. Ferner seien durch die Entkopplung der EU-Agrarpolitik von der Produktion die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise auf das Weltmarktniveau gefallen. „“Im Mittelpunkt unserer Agrarpolitik steht daher der unternehmerisch geführte mittelständische Betrieb, der sich erfolgreich auf den Agrarmärkten behauptet. Die Nachteile unseres höheren Kostenniveaus in Deutschland müssen wir durch die Vorteile unseres Know-how, guter Strukturen, hervorragender Technik und bester Produktionsvoraussetzungen wettmachen. Schleswig-Holstein gehört zu den Spitzenregionen der Welt-Landwirtschaft““, so der Staatssekretär. Bei der Investitionsförderung setze die Landesregierung einen Schwerpunkt bei der Verarbeitung von Agrarprodukten, um die Wertschöpfung im Land zu behalten.

Rabius betonte die Verantwortung der Landwirtschaft für die Welternährung, den Klimaschutz und die biologische Vielfalt. Diese Herausforderungen könnten nur von gut ausgebildeten und unternehmerisch denkenden Landwirten gemeistert werden. Das sei auch das Leitbild der Landesregierung für die Agrarpolitik, wobei die früheren Konflikte zwischen Groß und Klein, Haupt- oder Nebenerwerb, konventionell oder öko deutlich an Bedeutung verloren hätten. Für alle Betriebsstrukturen gebe es Beispiele erfolgreicher Unternehmerschaft.
Als weiteres wichtiges Anliegen nannte der Staatssekretär die Verbesserung des Images der Landwirtschaft. Gerade erfolgreiche Landwirte sähen sich zunehmend mit Kritik durch Verbraucher, Medien oder Bürgerinitiativen konfrontiert. Leider spielten gerade auch beim Thema Landwirtschaft oft Emotionen, Halbwissen und auch Eigeninteressen eine Rolle. Ein betriebliches Wachstum werde oft als negativ gewertet und mit Begriffen wie „Agrarfabrik“ oder „industrielle Massentierhaltung“ belegt. Landwirte würden als „Umweltverschmutzer“, „Tierquäler“ oder „Lebensmittelvergifter“ bezeichnet, zugleich staatliche Transferzahlungen kritisiert. Die Erhaltung der Kulturlandschaft werde hingegen zum „Nulltarif“ erwartet, umriss der Staatssekretär das Spannungsfeld. „“Viele Verbraucher wünschen sich eine Landwirtschaft von gestern mit den Preisen von heute und den Anforderungen von morgen. Eine solche Landwirtschaft kann es aber nicht geben““, stellte Ernst-Wilhelm Rabius fest.

Vor diesem Hintergrund müsse sich moderne Agrarpolitik auch als Mittler zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft verstehen. Und gerade bei emotional besetzten Themen sei es notwendig, auf Sorgen und Ängste der Bürger und Verbraucher einzugehen. Für die Landwirtschaft wie auch für die Politik müsse dabei gelten:
Selbstkritisch bleiben, das eigene Tun immer wieder erklären, die Ziele dabei aber nicht aus den Augen verlieren. Rabius forderte den Berufsstand auf, seine Stärken noch offensiver in die Öffentlichkeit zu tragen. Ein hervorragendes Beispiel sei der „Tag des offenen Hofes“. Aber auch bei der Planung einer Stallanlage sollte frühzeitig der Dialog mit den Nachbarn mit an vorderster Stelle stehen. Letztlich führe kein Weg an intensiver Aufklärungsarbeit vorbei.

Abschließend ging der Staatssekretär auch auf aktuelle Probleme der Agrarpolitik ein. Für die neue EU-Förderperiode ab 2014 erwartet er eine Kompromisslösung, mit der die schleswig-holsteinischen Landwirte gut zurecht kommen könnten. „“Wir leben in einer Gunstregion nicht nur in ökonomischer, sondern auch in ökologischer Hinsicht. Nicht umsonst sind wir Deutschlands Ferienland Nummer 2. Die Knicks, die ausgedehnten Grünlandgebiete, das Hügelland sind besondere Markenzeichen, die wir erhalten und mit moderner Landwirtschaft verbinden wollen.““ Über die gesetzlich vorgeschriebenen Standards hinausgehende Umweltleistungen müssten besonders honoriert werden. Beim „Greening“ in der ersten Säule setze das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium auf mehr Flexibilität und standortangepasste Maßnahmen und in der zweiten Säule befürworte man unter anderem eine Fortsetzung des erfolgreichen Vertragsnaturschutzes und das Angebot eines neuen Vertragsklimaschutzes.

Dumke am 28. Februar 2012, 09:14 Uhr

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