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Sonntag, 23. September 2018 04:25:35 Uhr

Dänemark: Erster Kegelrobbennachwuchs im Wattenmeer seit dem 16. Jahrhundert

Ein Kegelrobbenjunges mit seiner Mutter auf der Helgoländer Düne. Stock/LKN-SH

Ein Kegelrobbenjunges mit seiner Mutter auf der Helgoländer Düne.
Stock/LKN-SH

Werden Kegelrobben nach Deutschland und den Niederlanden jetzt auch im dänischen Wattenmeer wieder heimisch? Die Sichtung eines Jungen mit seiner Mutter während eines Beobachtungsfluges vor einigen Tagen lässt die Biologen im nördlichen Nachbarland hoffen. Erstmals seit dem 16. Jahrhundert sei damit die Präsenz eines Jungtieres dieser Robbenart im dänischen Wattenmeer dokumentiert, teilte Lasse Fast Jensen vom Fischerei- und Seefahrtsmuseum in Esbjerg jetzt mit. „Wir freuen uns über diese Entwicklung, illustriert sie doch die Bedeutung des Wattenmeeres als zusammenhängendes Ökosystem“, kommentiert Dr. Detlef Hansen, Leiter der Nationalparkverwaltung in Tönning, diese Meldung.

Archäologischen Funden zufolge lebten bis etwa 1000 n.Chr. mehr Kegelrobben als Seehunde im Wattenmeer. Unter anderem durch starke Bejagung war die Art jedoch jahrhundertelang aus der Küstenlandschaft verschwunden. In den 1980er Jahren tauchten erste Kolonien im niederländischen und deutschen Wattenmeer auf.

In Schleswig-Holstein lebt eine kleinere Gruppe vor Amrum und die Helgoländer Düne ist Heimat für eine mehrhundertköpfige Population. Der betreuende Verein Jordsand zum Schutze der Seevögel und der Natur hatte erst Anfang Januar von hier einen Nachwuchsrekord mit 244 Robbenbabies gemeldet.

Im dänischen Teil des Wattenmeeres werden nach Angaben von Lasse Fast Jensen bereits seit einigen Jahren wieder erwachsene Kegelrobben beobachtet. Bei der Sichtung vom Dezember handele es sich nun um die erste belegte Präsenz eines Jungtieres. Dies lasse erwarten, dass sich die Art nun auch in Dänemark wieder ausbreiten und Nachwuchs aufziehen wird.

Kegelrobben (lateinisch: Halichoerus grypus) sind die größeren Verwandten der Seehunde und mit einem durchschnittlichen Gewicht von 220 Kilo sowie einer Länge von 2,30 Metern (Bullen) die größten freilebenden Raubtiere Deutschlands. Ihren Namen verdanken sie ihrem kegelförmigen Kopf, der bei den männlichen Tieren besonders deutlich ausgeprägt ist. Der Kegelrobbennachwuchs wird, anders als der der Seehunde, im Winter geboren und kommt mit einem hellen, flauschigen Geburtsfell zur Welt, das nach fünf bis sechs Lebenswochen abgestoßen und durch das „Erwachsenenfell“ ersetzt wird.

 

 

 

Luebecker Dienstleistungskontor am 15. Januar 2015, 16:00 Uhr

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