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Freitag, 20. Oktober 2017 03:44:18 Uhr

Maler aus Heiligenhafen muss sich seit gestern wegen Totschlags vor dem Lübecker Landgericht verantworten – Verprügelt und allein gelassen

Totschlagsprozes
LÜBECK/HEILIGENHAFEN

Text: Manfred Rüscher
Foto: TBF/Wolfgang Freywald

Es klingt beinahe unglaublich: Nachdem ein 45jähriger Mann aus Heiligenhafen seine damals 59 Jahre alte Lebensgefährtin mit dem Holzstück eines Lattenrostes schwer verprügelt hatte, verließ der gelernte Maler die Wohnung der Frau und kümmerte sich tagelang nicht mehr um sie. Jutta E. starb Stunden nach der Tat an den Folgen der Verletzungen, der 45jährige wurde, nachdem die Feuerwehr vier Tage später die Wohnung der Frau gewaltsam geöffnet hatte, verhaftet. Seit gestern muss sich der von langjährigem Alkoholgenuß gezeichnete Mann vor der I. Großen Strafkammer des Lübecker Landgerichtes wegen Totschlags verantworten…Der genaue Ablauf der Geschehnisse in der Nacht vom 12. auf den 13. Oktober vergangenen Jahres wird vermutlich niemals aufgeklärt werden. Der Angeklagte, der die Tat einräumt, sprach gestern am ersten Verhandlungstag von „Erinnerungslücken“. Den ganzen Tag über habe man getrunken, „bei mir waren es wohl zehn Halbliter-Dosen Bier, sie hatte noch mehr getrunken“, sagte der 45jährige vor Gericht. Als er spätabends die Betten neu beziehen wollte, sei es zum Streit gekommen, „sie wollte das nicht und hat mich einen Idioten genannt.“ Da habe er seine Lebensgefährtin geschubst, „sie ist mit dem Rücken auf den Lattenrost gefallen.

“ Plötzlich habe er eine der Holzlatten in der Hand gehabt und auf die Frau eingeschlagen, wie oft, konnte er nicht sagen. Als Zeugen geladene Nachbarn der Frau berichteten, dass sie Schmerzensschreie aus der Wohnung gehört hatten und eine Frauenstimme, die gerufen habe, „hör doch auf“! Ständig, so sagten mehrere Zeugen übereinstimmend aus, habe es zwischen den beiden Streit gegeben, „aber nur, wenn beide wieder getrunken hatten“, erzählte eine 84jährige, die im selben Haus wie das Opfer wohnt.
Nach den Schlägen habe er die wimmernde Frau im Schlafzimmer zurückgelassen und im Wohnzimmer ferngesehen und eine Zigarette geraucht. „Dann bin ich zurück und habe sie ins Wohnzimmer gezogen und auf das Sofa gesetzt – da hat sie dann auch noch eine Zigarette geraucht“, erzählte der Angeklagte.

Eine Schilderung, die dem Gericht allerdings wenig glaubhaft erschien. Am frühen Sonntag morgen – nachdem die Frau auf dem Sofa „eingeschlafen“ sei, habe er die Wohnung verlassen und sich nicht mehr um seine Lebensgefährtin gekümmert. Eine Erklärung dafür hatte er allerdings nicht. Der Prozess wird am kommenden Freitag fortgesetzt.

TBF am 19. April 2004, 14:18 Uhr

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