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Sonntag, 25. August 2019 13:49:53 Uhr

Rossmann: „Jetzt doch Höchstgeschwindigkeiten für Schiffe auf der Unterelbe“

Interessante Einzelheiten zur Vertiefung der Unterelbe stellte der Präsident der Wasser- und Schifffahrtsdirek-tion Nord, Dr. Hans-Heinrich Witte, jetzt den Abgeordne-ten der SPD-Küstengang zu den Herausforderungen der Elbvertiefung bei einem Treffen in Berlin vor. Danach soll es auf der Unterelbe in Zukunft eine Höchstgeschwindigkeit für den Schiffsverkehr geben. Ernst Dieter Rossmann, Bundestagsabgeordneter der SPD für den Kreis Pinneberg und Sprecher der Landesgruppe der Sozialdemokraten aus Schleswig-Holstein im Bundestag, ist über diese Mitteilung sehr erfreut. „Nachdem es wegen der massiven Bemühungen von Naturschützern, Umweltschützern, Wassersportlern und nicht zuletzt auch der Bundestagsabgeordneten aus der Region zu Richtgeschwindigkeiten gekommen war, ist die neue Position der Verwaltung ein echter Fortschritt. Bedauerlich nur, dass diese Höchstgeschwindigkeit erst jetzt eingeführt wird, nachdem offensichtlich die Fachleute der Europäischen Union ihre Zustimmung zur geplanten Elbvertiefung auch von einem Einlenken der Behörden in dieser Frage abhängig gemacht haben.“ Danach hatte die EU-Kommission deutlich gemacht, dass von Seiten des Bundes mehr für den Umweltschutz getan werden muss.

Zu schnell fahrende Schiffen tragen mit dem entsprechenden Wellenschlag und dem Schwell dazu bei, dass der schützenswerte Uferbereich schneller abbricht und auch in seiner biologischen Funktion gefährdet wird. Rossmann: „Dabei geht es nicht nur um so seltene Pflanzen wie den Schierlings-Wasserfenchel, der immerhin den Status einer äußerst seltenen Pflanze nach Natur-2000-Kriterien genießt, sondern auch um die Gefährdung von Menschen, wenn sich ein Schwell zu schnell und zu stark aufbaut.“ In der Vergangenheit hatte es hier dramatische Zwischenfälle gegeben, die auch mit dem falschen Fahrverhalten von Schiffen auf der Unterelbe zu tun hatten. Wie Kapitän Hans-Hermann Lückert, Vorsitzender der Bundeslotsenkammer, bei dem Gespräch mit den SPD-Küstenabgeordneten bestätigte, gingen die Behörden und auch die Bundeslotsenkammer energischer, als es in der Vergangenheit immer der Fall gewesen ist, gegen sogenannte „schwarze Schafe“ unter den Lotsen und Kapitänen vor. Dies könne auch bis zu einer Aberkennung der Stellung als Elblotse gehen.

Deutlich wurde in dem Gespräch auch, dass es bei der vorgesehenen Höchstgeschwindigkeit für den Ausnahmefall, dass wegen extremer Witterungsverhältnisse aus Gründen der Schiffssicherheit eine höhere Geschwindigkeit notwendig werden könnte, diese nur in enger Abstimmung zwischen dem Lotsen auf dem Schiff und der Verkehrszentrale zugelassen und gesteuert wird. Für den Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordneten ist diese neue Entwicklung einerseits ein sehr positives Zeichen, dass manche Sorge jetzt eher aufgenommen wird, als es in der Vergangenheit immer der Fall gewesen ist. Rossmann: „Auf der anderen Seite halte ich es für bedauerlich, dass erst das intensive Bemühen um die Zustimmung der EU-Kommission dazu führt, dass jetzt etwas seitens der Behörden möglich ist, was vorher für angeblich unmöglich und nicht machbar immer abgelehnt wurde. Europa hat damit doch sehr konkret sein Gutes.“

Auch im konkreten Bereich des Naturschutzes kommt es zu neuen sehr naturnahen Lösungen. So soll die Ausbesserung der Unterelbe während der Laichzeit der Finte, einem Fisch, der gleichfalls unter dem Schutz der Flora-Fauna-Habitat-Richtline fällt und als seltene, prioritäre Art gilt, zu einem Aussetzen der Baggerarbeiten kommen. Rossmann: „Ich werte es als sehr positiv, dass hier seitens der Wasser- und Schifffahrtsbehörden eine neue Sensibilität einzieht, um die möglichen Interessenkonflikte zwischen Hafenwirtschaft, Verkehrsausbau und Naturschutz mit sehr differenzierten Konzepten möglichst auszugleichen und den Naturschutz sehr ernsthaft in die Umsetzung der geplanten Maßnahmen zu integrieren. Hier findet ein Umdenken oder ein Umsteuern statt, dass im Interesse der gemeinsamen Sache überfällig ist und nur nützlich für die Zukunft sein kann.“

Neumeier am 14. Dezember 2011, 09:51 Uhr

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