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Donnerstag, 29. Oktober 2020 05:40:22 Uhr

Iran: Immer mehr Christen zu langen Haftstrafen verurteilt

Open Doors LogoOpen Doors GebetsmailIran: Immer mehr Christen zu lan­gen Haftstrafen ver­ur­teilt

„Strafen zei­gen Angst der Regierung vor Wachstum des christ­li­chen Glaubens im Iran“

(Open Doors, Kelkheim) – Auch nach der Wiederwahl des als mode­rat gel­ten­den Präsidenten Hassan Rohani im Iran wer­den Christen in der Islamischen Republik in immer grö­ße­ren Zahlen zu hohen Haftstrafen ver­ur­teilt. Mit der Festsetzung der Strafe für die vier Christen Saheb Fadaie, Youcef Nadarkhani, Yasser Mossayebzadeh und Mohammad Reza Omidi wur­den inner­halb des letz­ten Monats zwölf Christen zu lan­gen Gefängnisstrafen ver­ur­teilt.


Bild: (v.l.) Saheb Fadaie, Youcef Nadarkhani, Yasser Mossayebzadeh und Mohammad Reza Omidi.

10 Jahre Gefängnis wegen Mitarbeit in Hauskirchen

Die vier Männer sol­len jeweils zehn Jahre im Gefängnis blei­ben. Berichten zufol­ge sind sie wegen „Gefährdung der natio­na­len Sicherheit“, der „Organisation von Hauskirchen“ und der „Förderung zio­nis­ti­schen Christentums“ ange­klagt. Unter ande­rem wer­den sie beschul­digt, dass ihre Kirche 500.000 bri­ti­sche Pfund im Jahr von der bri­ti­schen Regierung bekom­men hät­te. Der Anwalt der Männer will Berufung gegen das Urteil ein­le­gen.

Omidi und Nadarkhani wur­den zusätz­lich zu den zehn Jahren Gefängnis zu jeweils zwei Jahren im Exil im Süden des Iran ver­ur­teilt – weit ent­fernt von ihren Familien. Mossayebzadeh, Fadaie und Omidi waren in einem sepa­ra­ten Verfahren bereits im Oktober des ver­gan­ge­nen Jahres zu jeweils 80 Peitschenhieben ver­ur­teilt wor­den, weil sie bei einer Feier des Abendmahls Wein getrun­ken hat­ten. Die Männer haben Berufung gegen das Urteil ein­ge­legt, eine Entscheidung in dem Fall steht jedoch noch aus.

Viele Verurteilungen in kur­zer Zeit

Die vier Männer waren bereits im Mai 2016 ver­haf­tet wor­den. Ihre Verurteilung kommt nun kurz nach dem Bekanntwerden der Urteile gegen vier wei­te­re Iraner und einem Fall, in dem ein Iraner und drei Christen aus Aserbaidschan zu lan­gen Haftstrafen ver­ur­teilt wur­den. Die Gerichtsverfahren hat­ten sich teil­wei­se lan­ge hin­ge­zo­gen – die zeit­li­che Nähe der Urteile zuein­an­der ist auf­fäl­lig.

Mansour Borji von der ira­ni­schen Menschenrechtsorganisation Article 18 erklär­te, die Fälle zeug­ten von der Angst der ira­ni­schen Regierung vor dem Wachstum des christ­li­chen Glaubens im Iran: „Es könn­te als Zeichen inter­pre­tiert wer­den, das die Regierung den ira­ni­schen Christen sen­den will.“ Die ira­ni­schen Christen sind besorgt, dass die into­le­ran­te und dis­kri­mi­nie­ren­de Behandlung von Christen trotz der Wiederwahl des als gemä­ßigt gel­ten­den Präsidenten Hassan Rohani anhält. Viele Christen hat­ten auf eine Verbesserung der Menschenrechtssituation unter dem mode­ra­ten Rohani gehofft. Sie bit­ten um Gebet, beson­ders für die inhaf­tier­ten Christen.

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors ran­giert der Iran aktu­ell an 8. Stelle unter den Ländern, in denen Christen wegen ihres Glaubens ver­folgt wer­den.

Quellen: Open Doors, World Watch Monitor, Middle East Concern

Bitte beten Sie für die Christen im Iran!

  • Beten Sie für Saheb Fadaie, Youcef Nadarkhani, Yasser Mossayebzadeh und Mohammad Reza Omidi und ihre Familien.
  • Beten Sie um Kraft und Durchhaltevermögen für die zahl­rei­chen Christen, die der­zeit im Gefängnis ihre Strafen ver­bü­ßen.
  • Beten Sie für die Gemeinden, die jeder­zeit damit rech­nen müs­sen, dass die Polizei ihre Gottesdienste und Treffen stört und Gemeindemitglieder ver­haf­tet.
  • Beten Sie für die Richter, Anwälte und ande­re Entscheidungsträger im Land, dass sie Jesus erken­nen.
TBF am 14. Juli 2017, 15:45 Uhr

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