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Donnerstag, 29. Oktober 2020 05:50:33 Uhr

China: Bischof zum fünften Mal in zwei Jahren verhaftet

Open Doors LogoOpen Doors Open Doors NachrichtenChina: Bischof zum fünf­ten Mal in zwei Jahren ver­haf­tet

Behörden set­zen die nicht staat­lich kon­trol­lier­ten Kirchen wei­ter unter Druck

(Open Doors, Kelkheim) – Peter Shao Zhumin, Bischof der katho­li­schen „Untergrundkirche“ in der Küstenstadt Wenzhou (Provinz Zhejiang), wur­de am 9. November erneut ver­haf­tet – zum fünf­ten Mal seit sei­ner Amtseinführung im September 2016. Dies berich­te­te die katho­li­sche Nachrichtenagentur Asia News. Es sei davon aus­zu­ge­hen, dass er 10–15 Tage in Gewahrsam blei­be, um ver­hört und indok­tri­niert zu wer­den. Zuletzt sei er im Januar 2018 nach sie­ben­mo­na­ti­ger Inhaftierung frei­ge­las­sen wor­den. Bischof Shao (55) wer­de seit eini­ger Zeit unter Druck gesetzt, der staat­lich aner­kann­ten Katholisch-​Patriotischen Vereinigung bei­zu­tre­ten. Zuvor waren am 5. November vier katho­li­sche Priester, die sich der glei­chen Anordnung wider­setz­ten, in der nörd­li­chen Provinz Hebei ver­haf­tet wor­den. Über den Verbleib des Priesters Lu Danhua, der im Dezember 2017 ver­haf­tet wur­de, ist bis heu­te nichts bekannt. Bischof Shao hat­te ein monat­li­ches Gebet und Fasten für ihn ein­ge­führt.

Symbolbild
Symbolbild: Kirche in China

„Sinisierung“ der Religionen wird vor­an­ge­trie­ben

In China gibt es neben den regis­trier­ten und von der Regierung kon­trol­lier­ten Kirchen (der pro­tes­tan­ti­schen Drei-​Selbst-​Bewegung und der Katholisch-​Patriotischen Vereinigung) auch nicht regis­trier­te, unab­hän­gi­ge Kirchen. Hierzu gehö­ren die vati­kan­treu­en katho­li­schen Kirchen und die pro­tes­tan­ti­schen Hauskirchen, die in den letz­ten Jahren stark gewach­sen sind. Seit Einführung der neu­en Religionsgesetze am 1. Februar 2018 geht die chi­ne­si­sche Regierung noch stär­ker gegen die unab­hän­gi­gen Kirchen vor in dem Bestreben, die „Sinisierung“ der Religionen vor­an­zu­trei­ben – ihre Anpassung an die chi­ne­si­sche Kultur. Wie die mit den neu­en Verordnungen ver­bun­de­nen Restriktionen umge­setzt wer­den, ist regio­nal ver­schie­den. In den ver­gan­ge­nen Monaten wur­den in meh­re­ren Provinzen Kirchen und christ­li­che Kindergärten geschlos­sen oder sogar abge­ris­sen, Kinderfreizeiten wur­den abge­bro­chen. In der Provinz Henan ord­ne­ten die Behörden an, dass alle Kirchen die chi­ne­si­sche Flagge his­sen und bei jeder Versammlung die Nationalhymne sin­gen müs­sen, zudem wer­den von Geistlichen Berichte über Zahl und Hintergrund ihrer Gottesdienstbesucher ver­langt. Besonders christ­li­che Kinder und Jugendliche wer­den unter Druck gesetzt, der Besuch christ­li­cher Gottesdienste ist erst ab 18 Jahren erlaubt.

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors nimmt China aktu­ell den 43. Platz ein unter den Ländern, in denen Christen wegen ihres Glaubens ver­folgt wer­den.

Quellen: World Watch Monitor, Open Doors, Asia News

Über Open DoorsOpen Doors ist als über­kon­fes­sio­nel­les christ­li­ches Hilfswerk seit über 60 Jahren in mitt­ler­wei­le rund 60 Ländern im Einsatz für ver­folg­te Christen. Jährlich ver­öf­fent­licht Open Doors den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von Ländern, in denen Christen am stärks­ten ver­folgt wer­den. Derzeit lei­den mehr als 200 Millionen Christen unter einem hohen Maß an Verfolgung. Projekte von Open Doors umfas­sen Hilfe zur Selbsthilfe, Ausbildung von christ­li­chen Leitern, Engagement für Gefangene, Nothilfe und Trauma-​Arbeit, die Bereitstellung von Bibeln und christ­li­cher Literatur sowie die Unterstützung von Familien ermor­de­ter Christen. Mit einer brei­ten Öffentlichkeitsarbeit infor­miert das Werk in Publikationen und mit Vorträgen über Christenverfolgung und ruft zu Gebet und Hilfe für ver­folg­te Christen auf.
Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finan­ziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.

TBF am 16. November 2018, 18:05 Uhr

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