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Donnerstag, 29. Oktober 2020 05:03:04 Uhr

Gewalt gegen christliche Flüchtlinge in Deutschland

Open-DoorsGewalt gegen christ­li­che Flüchtlinge in Deutschland Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen for­dern Politik zu drin­gen­dem Handeln auf [Berlin, 9. Mai 2016] Die Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen AVC („Aktion für ver­folg­te Christen und Notleidende“) / Nidda, IGFM („Internationale Gesellschaft für Menschenrechte“) / Frankfurt, Kirche in Not / München, Open Doors / Kelkheim sowie der ZOCD („Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland“) / München haben sich zusam­men­ge­schlos­sen, um auf die zahl­rei­chen Übergriffe gegen christ­li­che Flüchtlinge in deut­schen Flüchtlingsunterkünften hin­zu­wei­sen und von Politik und Behörden ihren wirk­sa­men Schutz zu for­dern.Diesen beson­de­ren Schutz for­dern sie auch für ande­re reli­giö­se Minderheiten wie Jesiden, Bahai und wei­te­re, die der­sel­ben Problematik aus­ge­setzt sind.

Diskriminierung und Gewalt gegen christ­li­che Flüchtlinge in Flüchtlingsunterkünften geschieht weit häu­fi­ger, als dies Aussagen von Behörden ver­mit­teln. Obwohl Medien, Kirchenvertreter sowie Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen viel­fach auf die stei­gen­de Anzahl doku­men­tier­ter Übergriffe durch mus­li­mi­sche Flüchtlinge und Wachpersonal in den Unterkünften ver­wie­sen, haben die poli­ti­schen Entscheidungsträger zumeist kei­ne aus­rei­chen­den Maßnahmen zum Schutz der christ­li­chen Minderheit ergrif­fen. Vielmehr ver­fes­tigt sich der Eindruck, dass die­se dra­ma­ti­sche Entwicklung ver­drängt, ver­harm­lost oder nicht beach­tet wird. Häufig wird von den ver­ant­wort­li­chen Entscheidungsträgern in Politik und Gesellschaft pau­schal von Einzelfällen gespro­chen, die nicht reli­gi­ös moti­viert sei­en, ohne dass hier­für eine belast­ba­re Erhebung vor­liegt.

Appell an Bundeskanzlerin: Menschenrecht Religionsfreiheit schüt­zen
Deshalb appel­lie­ren die Organisationen an die Bundeskanzlerin, sich die­ser uner­träg­li­chen Situation von schwe­ren Menschenrechtsverletzungen in Deutschland end­lich zu wid­men und dies zur Chefsache zu machen. Es genügt nicht, wenn die Kanzlerin das Menschenrecht Religionsfreiheit nur im Ausland anspricht. Wenn christ­li­che Flüchtlinge und ande­re reli­giö­se Minderheiten in Deutschland Schutz vor reli­giö­ser Verfolgung suchen und in den Erstaufnahmeeinrichtungen genau­so wie in ihren isla­mi­schen Herkunftsländern dis­kri­mi­niert und ver­folgt wer­den, ohne Schutz zu erhal­ten, dann ist dies eine ekla­tan­te Missachtung des Rechtes auf Religionsfreiheit in Deutschland.

Gemeldete Vorfälle nur Spitze des Eisberges
Um Fehleinschätzungen ent­ge­gen­zu­wir­ken, die das Problem ver­harm­lo­sen, und um den Betroffenen eine Stimme zu geben, haben meh­re­re Organisationen mit der Dokumentation reli­gi­ös moti­vier­ter Diskriminierung und Übergriffe auf christ­li­che Flüchtlinge begon­nen. So hat das inter­na­tio­na­le Hilfswerk Open Doors, das sich welt­weit für ver­folg­te Christen ein­setzt, bin­nen zwei Monaten bis zum Stichtag 15. April 2016 im Rahmen einer sys­te­ma­ti­schen Erhebung 231 Vorfälle aus ganz Deutschland doku­men­tiert, die von Diskriminierung über Körperverletzungen bis hin zu sexu­el­len Übergriffen und Todesdrohungen die weit­ge­hen­de Schutzlosigkeit christ­li­cher Flüchtlinge in den Unterkünften auf­zei­gen. Diese Dokumentation liegt zur Verteilung vor und kann auf der Website des Werkes ein­ge­se­hen wer­den. Weitere Vorfälle, auch zu Übergriffen auf ande­re Minderheiten wie Jesiden, sind bei der IGFM und AVC ein­ge­gan­gen. Jesidische Frauen und Mädchen hat­ten sich an die IGFM gewandt, weil mus­li­mi­sche Übersetzer sie bedroht oder ihre Aussagen in Anhörungsverfahren falsch oder ver­kürzt über­setzt hat­ten. AVC hat bereits eine Petition zum Schutz christ­li­cher Flüchtlinge beim Generalsekretär der CDU ein­ge­reicht. Der ZOCD unter­hält auf­grund der zuneh­men­den Hilferufe christ­li­cher Flüchtlinge seit Juni 2015 ein bun­des­wei­tes Netzwerk von ehren­amt­li­chen Helfern für betrof­fe­ne Flüchtlinge sowie eine Notfall-​Hotline, bei der an Spitzentagen bis zu 100 Anrufe betrof­fe­ner Christen ein­ge­hen, häu­fig mit Meldungen zu gewalt­sa­men Übergriffen.

Die bis­lang gemel­de­ten Vorfälle stel­len aus Sicht der Organisationen nur die Spitze des Eisbergs dar.

Einige Gründe dafür, dass ein Großteil der christ­li­chen Flüchtlinge und ande­rer reli­giö­ser Minderheiten Vorfälle nicht mel­det, sind unter ande­rem

  • weit­ver­brei­te­te Angst, dass Todesdrohungen gegen das eige­ne Leben sowie gegen im Heimatland ver­blie­be­ne Angehörige umge­setzt wer­den,
  • die Erfahrung, dass eine Anzeige nichts bewirkt und zu einer noch stär­ke­ren Bedrohung und wei­te­ren Übergriffen führt,
  • die Erfahrung, dass der mus­li­mi­sche Wachschutz mehr­mals selbst zum Täter wur­de und mus­li­mi­sche Übersetzer die Schilderungen der Vorfälle nicht wahr­heits­ge­mäß über­setz­ten.

Dass christ­li­che Flüchtlinge in der Erhebung von Open Doors ange­ge­ben haben, wie über­rascht sie sind, „wegen ihres Glaubens in Deutschland genau­so schi­ka­niert zu wer­den wie in ihrem Heimatland“, zeigt, dass der Schutzauftrag, den die Aufnahmerichtlinie der EU (2013/33/EU vom 26. Juni 2013) for­dert, bis­lang nicht umge­setzt wird.

Politische Entscheidungsträger erwar­ten, dass Integration von Flüchtlingen unmit­tel­bar zu erfol­gen hat. Da die­se jedoch ein lang­wie­ri­ger und schwie­ri­ger Prozess ist, der nicht auf dem Rücken der christ­li­chen Flüchtlinge und ande­rer reli­giö­ser Minderheiten aus­ge­tra­gen wer­den darf, stel­len die Organisationen fol­gen­de Forderungen an Politik und Behörden:

1.    Erfassung der Religionszugehörigkeit bei der Erstaufnahme und Weiterleitung der Daten bei der Verlegung in ande­re Unterkünfte.

2.    Zusammenlegung von Minderheiten, so dass der Anteil der Christen sowie ande­rer reli­giö­ser Minderheiten im Verhältnis zu den Muslimen in etwa gleich ist.

3.    Getrennte Unterbringung von Christen sowie von ande­ren reli­giö­sen Minderheiten, die bereits Opfer von Verfolgung und Diskriminierung gewor­den sind. Dies soll­te auch die Möglichkeit einer dezen­tra­len Unterbringung umfas­sen. Dezentrale Unterbringung darf von Behörden nicht grund­sätz­lich blo­ckiert wer­den, ins­be­son­de­re wenn ent­spre­chend Wohnraum für betrof­fe­ne Christen ange­bo­ten wird.

4.    Adäquate Erhöhung des nicht-​muslimischen Anteils inner­halb des Wachpersonals.

5.    Regelmäßige Schulungen und Sensibilisierung der Mitarbeiter und des Sicherheitspersonals in Flüchtlingsunterkünften hin­sicht­lich Ursachen reli­giö­ser Konflikte und des Schutzes reli­giö­ser Minderheiten.

6.    Bereitstellung von Vertrauenspersonen christ­li­chen Glaubens, an die sich von Verfolgung betrof­fe­ne Christen wen­den kön­nen.

Für wei­te­re Fragen an die oben genann­ten Organisationen wen­den Sie sich bit­te an unse­re Pressekoordinationsstelle, Herrn Ado Greve, oder direkt an die Organisationen.

Den Bericht und wei­te­re Informationen fin­den Sie unter: www.opendoors.de/fluechtlingsbericht

Die Pressemeldung im PDF-​Format fin­den Sie hier.

Für Fotos und Interviews mit Markus Rode wen­den Sie sich bit­te an unser Pressebüro.  

*** 

Kontakt Presse
Open Doors Deutschland e.V.
Postfach 1142
D‑65761 Kelkheim
T +49 6195 – 67 67 180
F +49 6195 – 67 67 181
pressebuero@opendoors.de
www.opendoors.de

Über Open Doors
Weit mehr als 100 Millionen Christen wer­den welt­weit auf­grund ihres Glaubens ver­folgt. Open Doors ist als über­kon­fes­sio­nel­les christ­li­ches Hilfswerk seit über 60 Jahren in rund 60 Ländern im Einsatz für ver­folg­te Christen. Jährlich ver­öf­fent­licht Open Doors den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von Ländern, in denen Christen am stärks­ten ver­folgt wer­den. Projekte von Open Doors umfas­sen Hilfe zur Selbsthilfe, Ausbildung von christ­li­chen Leitern, Engagement für Gefangene, Nothilfe und Trauma-​Arbeit, die Bereitstellung von Bibeln und christ­li­cher Literatur sowie die Unterstützung von Familien ermor­de­ter Christen. Mit einer brei­ten Öffentlichkeitsarbeit infor­miert das Werk in Publikationen und mit Vorträgen über Christenverfolgung und ruft zu Gebet und Hilfe für ver­folg­te Christen auf.
Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finan­ziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.

TBF am 10. Mai 2016, 09:07 Uhr

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Der Hochmut eines Menschen erniedrigt ihn; der Demütige aber erlangt Ehre.

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