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Donnerstag, 29. Oktober 2020 05:24:51 Uhr

Iran: Regierung setzt Christen massiv unter Druck

Open-Doors-320x175Iran: Regierung setzt Christen mas­siv unter Druck – Amin Afshar Naderi ist zum christ­li­chen Glauben kon­ver­tiert, seit August 2016 wird er ohne Anklage im Gefängnis fest­ge­hal­ten. Infolge eines gemein­sa­men Hungerstreikes mit einem wei­te­ren christ­li­chen Häftling ist er schwer erkrankt. Nach dem Versprechen, ihre Fälle neu zu unter­su­chen, neh­men bei­de seit dem 14. Februar wie­der Nahrung zu sich. Diese und wei­te­re aktu­el­le Vorfälle illus­trie­ren den mas­si­ven Druck des ira­ni­schen Regimes auf die Christen im Land.

Hungerstreik mit gesund­heit­li­chen Folgen

Amin Afshar Naderi war zusam­men mit sei­nem Mitgefangenen Hadi Asgari am 5. Februar in den Hungerstreik getre­ten. Hadi Asgari litt dar­auf­hin eben­falls unter gesund­heit­li­chen Problemen; bei­den wur­de eine medi­zi­ni­sche Versorgung ver­wei­gert.

Die bei­den Gefangenen gehö­ren zu einer Gruppe von fünf Männern, die Ende des letz­ten Sommers inhaf­tiert wur­den, als sie in den Bergen nord­öst­lich von Teheran ein Picknick mach­ten. Die ande­ren drei – Amir Saman Dashti, Ramil Bet-​Tamraz und Mohammad Dehnavi – wur­den alle Ende des letz­ten Jahres frei­ge­las­sen, nach­dem sie jeweils eine Kaution von umge­rech­net etwa 31.000 Euro bezahlt hat­ten.

Verhaftet wegen ihres Glaubens

Trotz mona­te­lan­ger Haft und zahl­rei­cher Verhöre war gegen die fünf Männer kei­ne Anklage erho­ben wor­den. Die Organisation „Middle East Concern“ ver­mu­tet, dass ent­we­der der christ­li­che Glaube der Männer oder ihre Verbindung zu Victor Bet-​Tamraz, dem Vater Ramils, der Grund für die Verhaftung gewe­sen sei.

Victor Bet-​Tamraz lei­te­te eine Gemeinde in Teheran, bevor die­se 2009 vom Innenministerium geschlos­sen wur­de. Victor wur­de zusam­men mit Naderi und einem ande­ren Konvertiten 2014 unter dem Vorwurf der ille­ga­len Evangelisation inhaf­tiert; eini­ge Monate spä­ter jedoch auf Kaution wie­der ent­las­sen.

Auspeitschung wegen Teilnahme am Abendmahl

In einem ande­ren Fall wur­den drei ira­ni­sche Christen (Yasser Mossayebzadeh, Saheb Fadaie und Mohammad Reza Omidi) nach ihrer Teilnahme an einem Abendmahl, bei dem Wein gereicht wur­de, zu 80 Peitschenschlägen ver­ur­teilt. Sie hat­ten gegen das Urteil Berufung ein­ge­legt; die Anhörung dazu fand am 9. Februar statt. Das neue Urteil wird inner­halb von 20 Tagen erwar­tet. Mohammad Reza Omidi wur­de bereits zum zwei­ten Mal wegen Alkoholkonsums ver­ur­teilt. Sollte es zu einer drit­ten Verurteilung kom­men, droht ihm die Hinrichtung.

Abendmahl Irak

Zusätzlich wer­den den drei Christen Handlungen gegen die natio­na­le Sicherheit vor­ge­wor­fen, wofür die Höchststrafe bei sechs Jahren Gefängnis liegt. Wegen des­sel­ben Vorwurfs steht Youcef Nadarkhani vor Gericht, dem vor sei­ner Freilassung 2012 wegen Apostasie das Todesurteil droh­te.

Gemeinden spü­ren den Druck

Laut Henriette Kats, einer Analystin für das über­kon­fes­sio­nel­le Hilfswerk Open Doors, möch­te die Regierung persisch-​sprachige Gottesdienste im Land unter­bin­den: „In den letz­ten Jahren wur­den vie­le Kirchen geschlos­sen, beschlag­nahmt oder dazu gezwun­gen, ihre Gottesdienste auf Farsi ein­zu­stel­len.“ Leiter ira­ni­scher Gemeinden wür­den oft inhaf­tiert und noch bestehen­de Gemeinden ange­wie­sen, kei­ne neu­en Mitglieder mit mus­li­mi­schem Hintergrund auf­zu­neh­men.
Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors nimmt der Iran den 8. Platz ein und gehört damit zu den Ländern, wo Christen einem sehr hohen Maß an Verfolgung aus­ge­setzt sind.

Quellen: World Watch Monitor, Open Doors

Hinweis: Wir laden Sie ganz herz­lich am Himmelfahrts-​Wochenende 2017 zu drei beson­de­ren Veranstaltungen in die Westfalenhallen Dortmund ein: unse­rem dies­jäh­ri­gen Open Doors Tag am 27. Mai, einem Gebetsabend für Nordkorea und die isla­mi­sche Welt am 26. Mai und dem Open Doors Jugendtag am 25. Mai. Alle wich­ti­gen Informationen dazu fin­den Sie unter: www.opendoors.de/himmelfahrtswochenende

Luebecker Dienstleistungskontor am 21. Februar 2017, 10:42 Uhr

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