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Mittwoch, 28. Oktober 2020 21:04:57 Uhr

Neue Dokumente belegen Ausmaß der Überwachung von Wikileaks-​Gründer Julian Assange

Hamburg (ots) – Die mut­maß­lich ille­ga­le Überwachung von Wikileaks-​Gründer Julian Assange wäh­rend sei­ner Zeit in der ecua­do­ria­ni­schen Botschaft in London war umfas­sen­der als bis­lang bekannt. Das geht aus inter­nen Unterlagen der Sicherheitsfirma UC Global her­vor, die dem NDR und WDR vor­lie­gen. Fotos zei­gen Assanges pri­va­te Wohnräume in der Botschaft, in die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma auch ein­ge­bro­chen sein sol­len. Auch offen­bar ver­trau­li­che Treffen zwi­schen Assange mit einem Psychologen und einem Arzt wur­den doku­men­tiert. Die inter­nen Unterlagen von UC Global legen außer­dem nahe, dass der Chef der Firma, David Morales, kon­kre­te Anweisungen an sei­ne Mitarbeiter gab, Besucher von Assange gezielt aus­zu­spä­hen. Außerdem for­der­te er von Mitarbeitern mehr­fach Überwachungsprofile und ‑vide­os von Botschaftsbesuchern an. Während der Überwachung gerie­ten auch die Verlobte von Assange, Stella Moris, und einer ihrer gemein­sa­men Söhne ins Visier der Firma. Die Juristin war als Mitglied im Beratungsteam von Assange seit 2012 häu­fig in der ecua­do­ria­ni­schen Botschaft zu Besuch. Seit 2015 ist sie mit Assange liiert, das Paar hielt die Beziehung jedoch lan­ge Zeit geheim. In der ARD-​Dokumentation „Wikileaks – Die USA gegen Julian Assange“ äußert sich Stella Moris zum ers­ten Mal aus­führ­lich im deut­schen Fernsehen: „Wir haben ver­sucht, unse­re Beziehung geheim zu hal­ten. Wenn bekannt gewor­den wäre, dass ich sei­ne Partnerin bin – dann wäre ich ein Hauptziel gewor­den.“ Allerdings ahn­ten Mitarbeiter von UC Global offen­bar, dass Assange und Morris ein Paar waren. Man kön­ne Moris „beschat­ten […] und sogar auf der Straße über­fal­len“, heißt es in einer Email. Später soll ein Mitarbeiter der Firma Moris sogar per­sön­lich gewarnt haben. Er sei damit beauf­tragt wor­den, die Windel oder einen Schnuller ihres Sohnes zu steh­len. So habe man DNA sicher­stel­len wol­len, um her­aus­zu­fin­den, ob Julian Assange der leib­li­che Vater des Kindes sei. Offiziell war die spa­ni­sche Sicherheitsfirma UC Global von 2012 bis 2018 im Auftrag der ecua­do­ria­ni­schen Regierung für den Wachschutz des Botschaftsgebäudes in London zustän­dig. Wer die Firma mit der mut­maß­lich ille­ga­len Überwachung von Julian Assange und sei­nem Umfeld beauf­trag­te, ist bis­lang unklar. Die Chat- und Emailprotokolle legen aber nahe, dass der Chef von UC Global, David Morales, über die Überwachungsmaßnahmen auch mit US-​Geheimdiensten ver­han­del­te. In einer Textnachricht von Morales heißt es: „Die Kontrolle haben unse­re Freunde aus den USA.“ In einer ande­ren Nachricht spricht er von einem „Dienst der Stars und Stripes.“ Kreditkartenabrechnungen, Telefonverbindungen und Flugtickets zei­gen, dass der UC Global-​Chef regel­mä­ßig in die Vereinigten Staaten reis­te. In Chats mit sei­nen Mitarbeitern spricht er unter ande­rem von Treffen, um über neue Kameras für die Botschaft zu ver­han­deln. Außerdem ermahnt er sei­ne Mitarbeiter, nicht über sei­ne Reisen in die USA zu spre­chen und sie auch vor der ecua­do­ria­ni­schen Regierung geheim zu hal­ten. Den Verdacht, UC Global habe Assange und sei­ne Besucher im Auftrag von US-​amerikanischen Geheimdiensten aus­ge­späht und Überwachungsmaterial an Dienste wei­ter­ge­ge­ben, weist Firmenchef David Morales im Interview mit dem NDR zurück. Sein Unternehmen habe nur im Auftrag der ecua­do­ria­ni­schen Regierung gear­bei­tet. Das Büro des Direktors der Nationalen Geheimdienste in den USA und die ecua­do­ria­ni­sche Regierung äußer­ten sich auf Anfrage nicht. Dass Julian Assange wäh­rend sei­ner Zeit in der ecua­do­ria­ni­schen Botschaft über­wacht wur­de, war bereits 2018 bekannt gewor­den. Nach Recherchen von NDR und WDR hat­te UC Global in den Räumen der Botschaft bereits instal­lier­te Überwachungstechnik durch Kameras mit ver­steck­ten Mikrofonen aus­ge­tauscht und Wanzen instal­liert. Außerdem führ­ten Mitarbeiter von UC Global offen­bar sys­te­ma­tisch Protokoll über Besuche von Anwälten und Politikern bei Assange. Ein ehe­ma­li­ger Mitarbeiter berich­te­te dem NDR zudem davon, dass eine Überwachungskamera im Schlafzimmer von Assange instal­liert wer­den soll­te. Der Wikileaks-​Gründer hat inzwi­schen Klage gegen UC Global und Firmenchef David Morales ein­ge­reicht. Sein spa­ni­scher Anwalt Aitor Martinez befürch­tet, dass wäh­rend der Überwachung auch ver­trau­li­che Gespräche zu Assanges Verteidigungsstrategie im Auslieferungsverfahren gegen die USA abge­hört wor­den sein könn­ten. Um einer Auslieferung zu ent­ge­hen, war Julian Assange 2012 in die ecua­do­ria­ni­sche Botschaft in London geflüch­tet und hat­te poli­ti­sches Asyl bean­tragt, das ihm spä­ter auch gewährt wur­de. 2019 wur­de es ihm aller­dings wie­der ent­zo­gen, anschlie­ßend wur­de er von der bri­ti­schen Polizei ver­haf­tet. Derzeit sitzt Julian Assange im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in London. Am kom­men­den Montag beginnt die Hauptverhandlung über sei­ne Auslieferung an die USA, wo er wegen des Erhalts und der Weiterverbreitung gehei­mer Informationen ange­klagt ist. Bei Verurteilung dro­hen ihm 175 Haft. Assanges Familie und Anwälte fürch­ten der­weil, dass sich der Wikileaks-​Gründer das Leben neh­men könn­te, wenn er in die USA abge­scho­ben wird: „Sein Leben ist in Gefahr.“ Am Montag, 7. September, berich­tet der NDR in Kooperation mit dem WDR um 22.50 Uhr in einer 45-​minütigen „Story im Ersten“ über das Thema „Wikileaks – Die USA gegen Julian Assange“. Darin äußern sich auch Edward Snowden, Ex-​CIA-​Direktor Leon Panetta und Assanges Vater John Shipton. Eine 60-​minütige Version der Dokumentation ist bereits ab Freitag, 4.9., in der ARD Mediathek abruf­bar. Pressekontakt: Norddeutscher Rundfunk Presse und Information Iris Bents Tel.: 040 / 4156–2304 Mail: i.bents@ndr.de http://www.ndr.de https://twitter.com/NDRpresse Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/6561/4698157 OTS: NDR Norddeutscher Rundfunk Original-​Content von: NDR Norddeutscher Rundfunk, über­mit­telt durch news aktu­ell

Quelle: presseportal.de

TBF am 4. September 2020, 18:00 Uhr

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Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird.

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